PrivatesSocial Media

Der Stand der Dinge

Ich poste zu wenig in den sozialen Medien und schreibe auch hier fast nie was. Also hab ich mir überlegt, dass ich jetzt mal ein kleines Update gebe, was bei mir so los ist, mitten im echt merkwürdigen Jahr 2026. Bleiben wir da doch vielleicht gleich einmal bei den sozialen Medien und fangen an mit Facebook:

Facebook ist kaputt

Zuckerberg, das Schwein!! Er hat Social Media kaputt gemacht. Er hat beispielsweise Facebook nach und nach so ausgehöhlt, dass es sich heute völlig entkernt anfühlt. Im Podcast hab ich neulich mal über die „guten, alten Zeiten“ dort geredet. Diese Vision, Menschen zusammenzubringen, gab es damals wirklich auf der Plattform.

Wenn ich jetzt einen Beitrag schreibe, der „Stand der Dinge“ heißt und in dem ich sowas wie ein persönliches Statusupdate loswerden will, dann gilt für Facebook folgender Status: Mein Facebook ist kaputt und dadurch ergibt es nicht mehr viel Sinn für mich, mich dort herumzutreiben. Ich habe für den erwähnten Podcast ein Experiment gemacht und 50 Facebook-Beiträge im Feed abgezählt. Ich zitiere mich mal selbst aus der Folge:

Es gab 12 mal Werbung innerhalb dieser 50 Beiträge. 16 mal sollte ich einer Seite folgen, 4 mal einer Person und 7 mal sollte ich einer Gruppe beitreten. Immerhin 7 mal gab es Content von Seiten oder Gruppen, die mich tatsächlich betreffen. Außerdem gab es einen Freund, der an einem Event interessiert ist und einen Freund mit einem neuen Profilbild. Übrig geblieben sind zwei Beiträge, Diese restlichen zwei Beiträge sind tatsächliche echte Beiträge von Freunden. Von 50 Beiträgen betrafen mich also lediglich 11. Dass von diesen 11 Postings 7 Gruppen-Beiträge waren, die mich eher so mittel interessierten und unterm Strich nur zwei Beiträge echter Freunde mit echten eigenen Gedanken übrig blieben, ist vermutlich persönliches Pech und vor allem aber eine echt miese Statistik, Mr. Zuckerberg! 

Was heißt das also? Nur, dass ich allein schon aus Neugier, wegen meiner Kontakte und aus Werbegründen wohl lange nicht dort verschwinden werde, mich aber eben dort kaum noch zu Wort melde. Social Media ist halt im Eimer.

Hauptsache gesund?!

Das Thema Gesundheit ist schon lange ein Thema für mich. Hier auf dem Blog behandelt dreht es sich dabei meistens um meine geistige Gesundheit. Immer noch muss ich mich um professionelle Hilfe bemühen, bin aber nach wie vor gewillt, das zu tun. Muss ich auch, weil es auch in dieser Hinsicht ein wirklich schweres Jahr ist, welches mir so manches mal meine Grenzen aufzeigt.

Allerdings sind das nicht meine einzigen gesundheitlichen Probleme. Neben mal mehr und mal weniger starken Schmerzen in Rücken und Knien (hat da irgendjemand „selbst Schuld, Fettsau“ gerufen?) leide ich derzeit vor allem über Kurzatmigkeit, oder teilweise regelrechter Atemnot. Diese miserable Kondition und der körperliche Verschleiß werden später nochmal ein Thema in diesem Text, wartet’s ab.

Immerhin bin ich endlich mal wieder in ärztlicher Behandlung. Meine neue Hausärztin hat bereits einige Werte überprüft, nach einem Schlaf-Tracking warte ich auf einen Termin in einem Schlaflabor und mit einem Premieren-Besuch bei einem Urologen habe ich auch tatsächlich die erste Vorsorgeuntersuchung meines Lebens hinter mich gebracht. Ein paar Termine stehen noch aus, auf die ich mich auch allesamt nicht freue, aber denke, dass es an der Zeit ist, sich endlich mal zu kümmern.

Job? Welcher Job?

Auch das habe ich noch nicht ausreichend angesprochen, fürchte ich: Mein Arbeitgeber hat mich bereits Ende Februar darüber informiert, dass meine Dienste nicht mehr benötigt werden. Seitdem bin ich freigestellt und bin somit ab dem 1. Juni offiziell arbeitslos. Schon lange haben sich in mir Dinge gesträubt, eine bestimmte Art Journalismus zu machen. Aber das Business ist so, wie es nun mal ist. Damit Artikel heute geklickt werden, muss man aufrütteln, überspitzen, braucht „laute“ Headlines, muss neugierig machen, auch wenn diese Neugierde im Text manchmal nicht befriedigt wird usw. Das ist was, was wirklich flächendeckend die Medien betrifft und dazu führt, dass nahezu alle Tech-Seiten, die ich kenne, diesen Stil gezwungenermaßen pflegen müssen.

Ich mag es nicht und vor allem: Ich kann es auch nicht. Ich mag Geschichten erzählen, mag erklären und komplexe Themen für jedermann verständlich herunterbrechen. Ich mag es auch, manchmal einfach steile Thesen zu verfolgen oder selbst aufzustellen und Gedankenspiele durchzuführen. Aber für diesen Aufmerksamkeits- und Empörungs-Journalismus bin ich einfach nicht gebaut. Was ich damit sagen will: Ja, natürlich halte ich mich für einen guten Journalisten. Aber ebenso kann ich nachvollziehen, dass mein Arbeitgeber meine Skills (an-)erkennen kann und dennoch zu dem Schluss kommt, dass ich dort nicht mehr gebraucht werde.

Mittlerweile wurden nach mir meines Wissens noch sechs ehemalige Kolleg:innen entlassen. Das ist eben aktuell so: Die von mir mit viel Faszination beobachtete KI sorgt dafür, dass eine ganze Branche den Gürtel brutal enger schnallen muss. Ich fürchte, es gibt im ganzen Tech-Zirkus kein Portal mehr, welches nicht über deutliche Traffic-Einbrüche klagt.

PS: Meinen Podcast Casa Casi durfte ich mitnehmen und betreibe den natürlich auch weiter. Im Moment kommt alle zwei Wochen eine Folge, aber ich will zurück zu wöchentlich natürlich. Hört euch den gefälligst an! Je mehr Leute zuhören, desto wahrscheinlicher kann ich auch das Ding mal irgendwann monetarisiert bekommen und mir viele Villen und Yachten kaufen. 😀

Und was mache ich nun?

Ich liege in verdreckten Klamotten auf der Couch im verdreckten Wohnzimmer und sehe fern.
So in etwa stelle ich mir mein Arbeitslosenleben vor – Extrem-Anrodübeling 😀

Ihr kennt michd und meine finanzielle Lage: Ein geschmeidiges Sabbatical ist für mich nicht drin, fürchte ich. Dennoch habe ich die letzten Monate auch dazu genutzt, vom Gas zu gehen und ich habe mich gezwungen, selbst Tech-Highlights wie die Google I/O einfach mal weitestgehend zu ignorieren. Ich musste raus aus diesem Hamsterrad und hoffe, dass ich dann erholt und mit neuen Kräften erneut angreifen kann. Ohne, dass ich meinen Abschied bei inside digital und nextpit groß kommuniziert hätte, haben andere Unternehmen dennoch bereits Lunte gerochen. Ich könnte vermutlich also wieder mit voll Karacoh mittenrein in genau das gleiche Hamsterrad springen. Dort würde ich aber vermutlich flott erkennen, dass es auch dort nicht funktionieren kann.

Also suche ich mein Heil jetzt in der Flucht nach vorne und werde es wohl noch einmal wagen, freiberuflich diesen Weg zu gehen. Weil der herkömmliche Tech-Journalismus kaputt ist, weil mir keine Unternehmen bekannt sind, die Tech und den gesellschaftlichen Wandel adäquat miteinander verbinden – und weil ich daran glaube, dass gerade in Zeiten von KI Leute da draußen sind, die Bock auf echte Texte, echte Meinungen und durchaus auch längere Beiträge haben. Sind diese Leute aber auch gewillt, jemanden wie mich dafür zu entlohnen? Muss ich wohl herausfinden. Stay tuned!

Mach’s gut, Dortmunder Innenstadt!

Ja, noch so ein Thema, bei dem noch nicht alle auf dem Laufenden sind. Ich ziehe weg aus der Innenstadt und schlage meine Zelte nun in Hörde auf. Der Juni ist offiziell mein letzter Monat hier, danach bin ich also Hörder. Ein Großteil meiens Umzugs ist gestemmt und das kann ich nicht berichten, ohne dass ich wieder zurück auf meinen Gesundheitszustand zu sprechen kommen muss. Ich bin in einer so miesen Verfassung, dass es mir faktisch nicht möglich ist, einen Karton aus dem dritten Stock nach unten zu schleppen, die Treppe wieder hoch zu eiern und dann einen weiteren Karton zu schleppen.

Das versetzt mich in die unschöne Situation, Freunde helfen zu lassen, und sie beim Umzug wirklich kaum supporten zu können. Alleine das Bitten um Hilfe ist mir so zuwider, dass ich heilfroh bin, wenn mich Menschen von sich aus ansprechen und mir Hilfe anbieten. Ich habe die auch zahlreich in Anspruch genommen bislang. Deswegen schon jetzt ein fettes Dankeschön an alle, die mir bislang geholfen haben. Danke, Maik, Ramona, Paddy, Sue, Frieda, Martin, Björn und Stephan! Ich bin Euch unendlich dankbar und empfinde nichts von alldem als auch nur annähernd selbstverständlich. Mein dickstes Danke geht aber an Krücke. Der schleppt, streicht, tritt mir immer wieder mal in den Arsch, klappert mit mir Baumärkte ab und ist quasi auch noch mein Stadtteil-Pate, der mir dabei hilft, in Hörde heimisch zu werden. Puh, hoffentlich habe ich bei der Aufzählung jetzt niemanden vergessen.

Blick aus meinem Küchenfenster aufs Fahrrad des Lieferboten.
Ihr seht im Bild noch das Rad des Fahrers, der mir meine Rewe-Einkäufe gebracht und durchs Fenster reingereicht hat ^^

Ich mag die Bude jetzt schon, auch wenn sie nicht so fancy ist wie der überteuerte Bums hier in der Brückstraße. Ich wohne im Erdgeschoss und mein Picnic-Fahrer kann mir die Einkäufe durchs Küchenfenster hereinreichen – ich liebe es jetzt schon! Aktuell warte ich noch auf die Aktivierung meines Internets und auf die Küche. Beides sollte in eineinhalb Wochen extra gegessen sein und ab da beginnt wieder das gute, alte Spiel: Welche der Umzugskartons bleiben bis in alle Ewigkeit ungeöffnet? Haut mich gerne an, wenn ihr die Adresse haben wollt – ich freu mich über (angekündigten ^^) Besuch und hab als Arbeitsloser schließlich Zeit genug gerade 😉

Kann noch jemand helfen?

lEin bisschen Hilfe benötige ich noch allerdings. Zum Einen muss noch ein wenig geschleppt werden und meine Steckdosen verlangen, dass sich ein Profi das einmal ansieht. Da ich diese Info jetzt aber ziemlich am Ende eines langen Artikels vergraben habe, werde ich beim Teilen dieses Beitrags auf der oben völlig zurecht beschimpften Plattform Facebook meinen Schrei nach Hilfe noch einmal explizit formulieren.

Konkret brauche ich jemanden, der den lieben Krücke am kommenden Samstag, – also am 30. Mai – ein, zwei Stündchen unterstützen kann. Keine Möbel oder Geräte, nur Kartons – alles andere ist wie gesagt bereits drüben. Dann brauche ich einen Elektriker, der sich in den nächsten Tagen um meine Steckdosen kümmert. Einmal müssen diverse Steckdosen installiert werden. Soll heißen, ich hab genügend Unterputzdosen in den Wänden, aber es fehlen ein paar Steckdosen, die mir jemand anbringen müsste. Wichtig aber auch: Ich bekomme beim Herdanschluss widersprüchliche Infos, ob man einen Starkstromanschluss benötigt oder nicht und auch um den Anschluss muss sich jemand kümmern, der wirklich Ahnung vom Elektrik-Game hat. Ich hoffe ein bisschen darauf, dass ich hier unte rmeinen Kontakten so jemanden habe, und dadürch als ewiger Pleitegeier ein wenig günstiger davonkomme, als wenn ich einen fremden Handwerker beauftrage.

Ciao, Brückstraße!

Ich mag die Brückstraße. Auch als jemand, der jetzt hier etwa zweieinhalb Jahre gewohnt hat. Es ist kein einfaches Pflaster, das ist wahr. Es ist immer voll, immer laut und für Viele vermutlich auch nicht ungefährlich. Die Polizei ist Dauergast, was wohl üblich ist, wenn abends Massen an jungen Menschen zusammenkommen, von denen die meisten männlich und nicht wenige alkoholisiert sind. Mir persönlich hat das nie zu schaffen gemacht, aber dennoch ist mir aufgefallen, dass ich es als durchaus entspannend empfinde, mal mit einem anderen Lärmpegel in Hörde einzupennen.

Langsam glaube ich jedenfalls, dass ich das Innenstadt-Game durchgespielt habe. Bevor es mich also vielleicht mal irgendwann in eine komplett andere Region unseres Landes verschlägt, probiere ich es jetzt mit der etwas ruhigeren Dortmund-Experience. Ein paar alte Zöpfe schneide ich wieder ab, ein paar andere Baustellen werden mich weiter begleiten. Meine Vollmeise reist natürlich mit, auch die angespannte Lage die sich aus der unheiligen Kombi aus „wenig Kohle“ und „Kein Job“ ergibt. Der Rest findet sich und ich bin optimistisch genug, daran zu glauben, dass ich mich auf gute Zeiten freuen darf. Ich halte euch jedenfalls auf dem Laufenden und wer weiß: Vielleicht hier auf dem Blog sogar wieder regelmäßiger als in den letzten Jahren 😉

Das Artikelbild hab ich vor ein paar Tagen geknipst, als ich mir exakt dort mit Krücke ein paar hochverdiente Biere in die hohle Birne gekippt habe.