Baldvorbeinachten 2: Jetzt wird geheiratet!

Haha, ich wollte eigentlich schon längst meinen heutigen Blog-Beitrag angefangen haben, aber ich lache mich noch über die Headline kaputt 😀 Ich hatte mir vorgenommen, für meine geplante Weihnachts-Blog-Trilogie irgendein Wortspiel auszudenken. „Alleinachten“ ist super, war aber schon vergeben. Außerdem klang es mir zu deprimierend, gerade in einem Jahr, in dem vermutlich aufgrund der Pandemie so viele Menschen wie nie zuvor alleine unterm Weihnachtsbaum sitzen müssen.

Daher bin ich sehr happy, dass mir Baldvorbeinachten eingefallen ist. Das klingt positiver, so nach dem Motto: Bald ist es überstanden. Freut euch jetzt schon auf kommende Weihnachts-Specials auf dem Blog in den nächsten Jahren, zum Beispiel:

  • Schweinereinachten
  • Der-FC-Schalke-mein-Vereinachten
  • Das-sind-zwei-belegte-Brote-eins-mit-Schinken-eins-mit-Einachten

Am Einfachsten wäre es jetzt gewesen, den heutigen Beitrag einfach „Baldvorbeinachten, Teil 2“ zu nennen. Habe ich ja eigentlich auch. Aber schon während ich es schrieb, musste ich lachend an irgendeinen Dialog zwischen Tommi Schmitt und Felix Lobrecht denken, in dem es um die Absurdität deutscher Filmtitel ging. Während die Namen im englischen Original echt cool klingen, sind die Ideen für die deutsche Entsprechung manchmal wirklich hanebüchen. Zu ziemlich beknackten Titeln kommen dann oft noch so schräge Zusätze bei Fortsetzungen, wie zum Beispiel „Jetzt erst recht“ oder eben „Jetzt wird geheiratet“. Irgendwie muss sich der erwähnte Dialog so in meinem Kopf verankert haben, dass ich mir einbilde, dass bestimmt 100 Kinofortsetzungen in Deutschland diesen Zusatz „Jetzt wird geheiratet“ haben, aber tatsächlich fallen mir jetzt außer Teile von „American Pie“ und „Ein Käfig voller Narren“ gar keine ein.

Puh, sollte eigentlich ein kurzer Blog-Artikel werden heute, und ich hab bereits die ersten 250 Wörter nur mit der Diskussion über die Headline verpulvert. Auf den Punkt kommen ist einfach nicht mein Ding — fragt nach bei den Leuten, die ellenlange Sprachnachrichten von mir bekommen. Und ich meine wirklich lang — nicht so 3-Minuten-lang, sondern eher so „Puh, Sprachnachricht von Casi, ich schmier mir mal schnell drei Brote“-lang. Apropos Sprachnachrichten: Der Begriff trendet gerade auf Twitter und das bedeutet für mich, ich weiß jetzt schon, worüber ich morgen oder in den nächsten Tagen mal schreiben werde. 😀

Aber bekomme ich jetzt auch noch irgendwie die Kurve zurück zu einem weihnachtlichen Thema, damit ich hier den Deckel draufmachen kann auf den heutigen Beitrag? Ach, jau — wartet — ich erzähle euch noch kurz die Geschichte vom Weihnachtswunder 2020! Taschentücher bereitlegen, es ist eine epische Geschichte, eine weihnachtliche natürlich, aber vor allem eine, die zu Tränen rührt. Also:

Und so begab es sich, dass der gütige Casi von Nazareth den Stall verließ, um noch kostbaren Gaben zu suchen. Okay, Nazareth stimmt nicht, gütig vermutlich auch nicht und schon gar nicht stimmt das mit den kostbaren Gaben. Das mit dem Stall kommt allerdings hin. Möbeltechnisch bin ich ähnlich fortschrittlich aufgestellt wie der handelsübliche Stall in Nazareth zu Christi Geburt und auch vom Geruch kommt es hin — man könnte meinen, hier ist irgendwo hinter einem Schrank eine Dachs-Familie verrottet oder so.

Also tatsächlich bin ich eigentlich nur aus dem Haus gegangen, weil ich Schritte machen wollte. Ich hänge etwas hinter meinem Ziel — 13.000 Schritte pro Tag — her und muss mich schon kräftig strecken, wenn ich das diesen Monat noch retten will. Ich marschierte zunächst mal durch die Fußgängerzone, später dann durch die Kaiserstraße und da fiel es mir dann irgendwie mal auf: Verdammte Axt, der Kiosk ist ja geöffnet. Irgendwie kommt alle paar Meter ein Büdchen, oft so im Späti-Style und die bestechen ja manches mal durch eine erstaunlich breite Produktpalette.

Und was hat der behämmerte Herr Drees gestern vergessen? Ganz genau, er hat eine ganze Badewanne Kartoffelsalat angerührt, dabei aber die zwingend erforderlichen Bockwürste vergessen. In mir keimte Hoffnung auf, dass es ein Weihnachts-Happyend geben könnte mit Kartoffelsalat, Würstchen und mir — und was soll ich sagen: Ich passierte auf meiner Runde durch Dortmund den Hauptbahnhof und kehrte dort in den tatsächlich geöffneten Rewe-to-go ein. Dort gab es auch tatsächlich Bockwürste und ich nahm mir direkt mal zwei Sorten mit. Die ließ sich Rewe zwar auch fürstlich bezahlen, aber was soll’s — ist ja Weihnachten.

Wieso ich da nicht schon gestern drauf gekommen bin, weiß selbstverständlich kein Mensch, aber hey: Kartoffelsalat mit Würstchen! Sagt selbst — gegen dieses Weihnachtsmärchen können doch wohl alle Aschenbrödels und Sissis und John McClanes und Scrooges und Streichholzmädchen dieser Welt einpacken, oder nicht? Ich winke euch jedenfalls fresskomatös von meiner Couch zu hoffe, dass ihr ebenfalls einen so gechillten ersten Weihnachtstag hattet wie ich.

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