Baldvorbeinachten 3: Schicksalsjahre eines Bloggers

Auch heute habe ich mich für eine unsinnige Überschrift entschieden, nachdem das gestern so gut lief mit den behämmerten deutschen Filmtiteln. Wir befinden uns im Weihnachts-Schlussdrittel und jetzt ist es tatsächlich Baldvorbeinachten. Fühlt sich allerdings dann nicht wirklich so an, weil morgen Sonntag ist und somit sowas wie der inoffizielle dritte Weihnachtstag bzw. sogar der vierte, wenn man Heiligabend mitzählt.

Also haben wir morgen einen Sonntag, der sich wie ein dritter Weihnachtstag anfühlt, dafür aber heute einen Samstag, der sich dank Tatort wie ein Sonntag anfühlt. Als ob man es in diesen verrückten Zeiten nicht eh schon schwer genug hätte, sich den richtigen Wochentag zu merken. Aber sei es drum: Das diesjährige Pandemie-Weihnachts-Spektakel befindet sich auf der Zielgeraden und somit kann man sich an ein Fazit heranwagen, was ich hiermit nun tue.

Ähnlich wie die Weihnachtszeit neigt sich auch mein Kartoffelsalat dem Ende entgegen — die Würstchen sind verputzt und der restliche Salat reicht gerade noch fürs Frühstück morgen. Meinen Bauch stimmt das froh, denn die letzten Tage habe ich mich des Öfteren an den Rand eines Fresskomas gefuttert. Bedeutet natürlich auch, dass morgen — okay, vermutlich eher Montag — die vermutlich letzte Diät des Jahres beginnt

Auch Torte habe ich unanständig viel gegessen, zwischendurch gab es Weihnachtsplätzchen, die mir die gute Frau Siebel vorbeigeschickt hat. Danke dafür nochmal recht herzlich 🙂 Außer Essen gab es in den letzten Tagen viel Netflix (American Horror Story und Yorkshire Ripper), einen Haufen alte Spencer/Hill-Filme und ähnliches TV-Gold, außerdem ’nen sehr kurzweiligen Serienmörder-Podcast.

Letzteren habe ich bei meinen Runden durch Dortmund gehört — im Wechsel mit Sprachnachrichten von Freunden und meiner 80s Playlist. Ach, apropos Sprachnachrichten: Hatte ich da nicht einen Artikel für heute angekündigt? Den verschiebe ich einfach mal, sowas elementar Wichtiges bespricht man nach Weihnachten. 😉

Was habe ich sonst noch getrieben an Weihnachten? Tatsächlich ein wenig gearbeitet, u.a. für meinen neuen Arbeitgeber Nextpit, für den ich auch heute bereits im Rahmen unseres Alleinachten-Streams auf Sendung waren. Auch da haben wir nochmal ein bisschen auf die Pandemie zurückgeblickt, Jahresrückblicke lassen ja irgendwie kaum ein anderes Thema zu.

Viel mehr ist tatsächlich nicht passiert in den letzten Tagen, aber ehrlich gesagt war die Zeit auch wirklich reif für ein paar Tage, an denen einfach mal nicht so schrecklich viel passiert. Im Livestream haben wir noch ein wenig nach vorne geblickt und wenn ich mit meinen Gedanken hier allein war, habe ich das ebenfalls getan.

Immer noch bin ich gleichermaßen angespannt wie auch vorfreudig, was meinen Job angeht, da hat sich nichts geändert. Viel mehr habe ich aber darüber nachgedacht, wie sich unsere Situation generell ändern wird im neuen Jahr. Heute wurden die ersten Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft, es ist gibt also eine greifbare Hoffnung, selbst wenn die Zahl der verfügbaren Impfdosen noch sehr klein ist. Dieses Jahr hat uns in vielerlei Hinsicht an Grenzen gebracht. Da ist es also höchste Zeit für ein wenig Hoffnung, aber auch höchste Zeit für eine Normalisierung vieler Dinge. Homeoffice sollte so ein Ding sein, welches einen Normalzustand darstellt und nicht etwa eine Pandemie-Ausnahme. Noch deutlich mehr wünsche ich mir aber eine Normalisierung im gesellschaftlichen Miteinander. Ich glaube, wir können uns nicht mehr viele Jahre wie dieses erlauben, in dem wir uns von früh bis spät angiften und die Meinungen des anderen ignorieren. Auch das können wir viel besser und ich habe tatsächlich die Hoffnung, dass sich das ab 2021 wieder ein wenig bessern wird. Nicht (nur), weil ich ein naiver Träumer bin, sondern weil immer mehr Menschen das für sich erkennen und auch öffentlich einfordern, dass wir wieder vernünftiger miteinander umgehen.

Das erwähne ich jetzt am Ende meines dritten und letzten weihnachtlichen Beitrags, weil ich auch der Meinung bin, dass uns dieses Weihnachtsfest ein Stückchen näher an eine angenehmere Gesellschaft gebracht und wieder etwas mehr geerdet hat. Wenn so viele Menschen unter ganz besonderen Bedingungen ein bisschen näher zusammengerückt sind, man sich wieder auf die wirklich wichtigen Dinge besonnen hat und gesehen hat, dass es vielleicht gar nicht einen Berg Geschenke und Riesen-Parties und Entertainment braucht, um glücklich über die Weihnachtstage zu kommen, dann ist das mit Sicherheit für irgendwas gut und eine wertvolle Erfahrung.

Aber auch diejenigen, die alleine waren und die ihre Liebsten vermisst haben an diesen Tagen, werden ganz besondere Erfahrungen gemacht haben. Beim nächsten tatsächlichen Treffen wird man sich umso mehr auf seine Leute freuen, da bin ich mir ganz sicher. Was das angeht, glaube ich fest daran, dass 2021 nicht nur in Sachen Pandemie und Gesellschaft ein besseres wird als 2020, sondern vor allem auch ein deutlich besseres Jahr, was die gemeinsame Zeit mit Freunden angeht. Darauf freue ich mich jetzt schon riesig und beim Gedanken daran spüre ich schon ganz leicht den Biergeschmack im Mund, die wummernden Bässe in der Magengegend und ein zuletzt selten gewordenes Glücksgefühl im Herzen. Ich hoffe sehr, dass ihr alle auch ein ähnlich positives Weihnachts-Fazit ziehen könnt und vielleicht sogar ähnlich positiv und hoffnungsvoll ins neue Jahr geht.

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