Das ist also dieses „Arbeiten“, von dem alle reden

Doch, ich habe ziemlich lange auf der Couch gelegen — unnötig lange. Manchmal fällt man in solche Löcher und dann kann man nicht ein bisschen von dem machen, was man sonst spielend schafft. Und dieses letzte Loch hat mich wirklich viel Nerven gekostet. Nerven, Tränen und ja, auch Geld. Weil ich einfach mal vier Wochen nichts gemacht. Schockstarre. Fest verwachsen mit meiner Couch, der Fernbedienung und Netflix. Totstellen, wenn es klingelt und totstellen, wenn sich Freunde anmelden.

Ich habe ein paar Arschtritte von guten Freunden gebraucht. Aschtritte und Hilfe. Ich kann das nicht gut, dieses „um Hilfe bitten“, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass ich mir oft erst viel zu spät eingestehe, dass ich Hilfe brauche. Es hat mich aus den Latschen gehauen, wie bedingungslos meine Leute hinter mir stehen und was für einen Support ich in der Folge erfahren durfte von so vielen lieben Menschen im Netz. Freunde, Bekannte, Verwandte und mir wildfremde Menschen haben mitgeholfen, meinen Appell durchs deutschsprachige Internet zu blasen und am Ende stand ein Arbeitsvertrag bei einem Kerl, den ich schon so lange kenne und schätze und der weder auf meinen offiziellen „Lasst mich schreiben“-Appell warten wollte, noch auch nur eine Sekunde lang einen Zweifel daran aufkommen ließ, wie unbedingt er mich in seinem Team haben wollte.

Jetzt bin ich da, schreibe seit gestern für NextPit. Hätte eigentlich gestern darüber geschrieben, aber da wollte ich wie jeden Montag meinen Song der Woche küren. Darum also jetzt: Ich habe meine Arbeit aufgenommen und bin irgendwie immer noch dabei, anzukommen. Das plötzlich wieder morgens (relativ ^^) früh aufstehen ging erstaunlich leicht. Geschrieben habe ich gestern tatsächlich wirklich wenig, eine kleine News zum Feierabend. Das lag daran, weil es unfassbar viel Input gegeben hat und viele Video-Calls.

Einiges von dem Gehörten und Gesehenen muss ich erst mal sacken lassen und verinnerlichen. Aber ich habe das Team bereits jetzt ins Herz geschlossen und bin auch hier wieder erschlagen von der Hilfsbereitschaft, die mir entgegenbrandet und die so meilenweit über das hinaus geht, was man normalerweise als neuer Mitarbeiter erwarten darf. Morgen früh dann darf ich meinen ersten größeren Beitrag veröffentlichen, für den es intern bereits tolles Feedback gab.

Ich lerne gerade wirklich viel und staune Bauklötze, wie organisiert man diesen Job machen kann. Ich bin begeistert, wie präzise hier geplant wird, noch mehr begeistert mich aber, dass alle mithelfen, dass der Einzelne glänzen kann. Während einer über meinen Artikel liest und Tipps parat hat, bastelt mir jemand anders mein Artikelbild, während wieder andere den Text in andere Sprachen übersetzen.

Es gab wirklich tolle Phasen damals bei Mobilegeeks. Phasen, die schon Jahre zurückliegen, als Palle und Roland beispielsweise noch an Bord waren. Palle — ein Choleriker vor dem Herrn — hat mich da manches mal rasend gemacht 😉 Aber am Ende eines langen Messetages auf der IFA in Berlin oder der CES in Las Vegas war man platt, aber auch glücklich. Es ist dieser positive Stress, den viele von euch auch mit Sicherheit kennen. Wenn man an Grenzen gebracht wird, über diese hinausgeht und am Ende sagen kann, dass man da was richtig Geiles abgeliefert hat. Diese Momente gab es zuletzt zwar leider nicht mehr, aber man erinnert sich dennoch gut daran, wie es sich angefühlt hat. Und in diesen ersten beiden Tagen musste ich mich in so manchem Augenblick daran erinnern. Zwar musste man längst nicht an irgendwelche Grenzen gehen, aber dieses Gemeinschaftsgefühl, dieser positive Stress — das hat sich doch schon ziemlich ähnlich angefühlt.

Ich habe so Bock, diese Geschichte mit diesem wunderbaren Team weiterzuschreiben und voranzutreiben und es fühlt sich einfach gut an, dass man gefordert wird und dass man das Gefühl vermittelt bekommt, dass die wirklich happy sind, dass man da ist und mit anpackt. Ich habe noch einen Lernprozess vor mir, so viel steht mal fest. Aber das erste Mal seit Ewigkeiten habe ich auch wieder das Verlangen, mich irgendwo reinzufuchsen und eine bessere Version von mir zu werden.

Wurde ja auch höchste Zeit, denn die niedergeschlagene, dunkle, verbitterte und hoffnungslose Version von mir habe ich lange genug ertragen müssen — und ihr ja auch. Man kann bestimmte Probleme nicht ausknipsen wie einen Lichtschalter. Diese Dinge sind da, sie sind in mir und werden mir auch wieder Schwierigkeiten bereiten. Dennoch fühlen sich ganz viele dieser Dinge gerade ganz anders an und je sicherer ich werde bei dem, was ich jetzt beruflich tue, desto zuversichtlicher bin ich auch, dass ich mir nicht mehr so viele Knüppel selbst in die Beine werfe.

Ich werde euch jetzt natürlich nicht ständig damit auf den Sack gehen wollen, wie meine neue Arbeit läuft, oder wie es sich derzeit anfühlt. Aber da einige gefragt haben, wie es mir da gerade ergeht, wollte ich zumindest einmal ein paar Sätze dazu loswerden. Ich bin da, ich arbeite, ich lerne und ich fühle mich wohl. Damit ist zumindest erst einmal alles dazu gesagt, glaube ich. 🙂

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