Depeche Mode in Glasgow: Der Irsinn geht wieder los!

Am Samstagabend des 25. März hab ich mich auf den Weg gemacht – unterwegs in der heiligsten aller Missionen: Ein Depeche Mode-Konzert stand an! Einige Tage zuvor hatte ich das große Glück, schon beim Telekom Street Gig in Berlin zugegen sein zu dürfen, ich war also bereits wieder angefixt. Menschen, die auf Facebook meine täglichen „Spirit“-Postings verfolgen, dürften das bezeugen können. 😉

Wie sah die Mission konkret aus? In Glasgow fand am Wochenende vom 24.-26. März das 6 Music Festival der BBC statt. Ein Festival, welches über die Stadt verteilt in verschiedenen Locations durchgeführt wurde und bei dem auch einige namhafte Künstler am Start waren. Als dann kurzfristig Depeche Mode als Headliner vorgestellt wurden, war uns eigentlich direkt klar, dass die die Nummer unmöglich ohne uns durchziehen können. Unsere komplette Truppe konnte leider nicht – Zoni musste passen für Glasgow – aber der Rest der Protagonisten war gewillt, in Schottland vollzählig anzutreten.

Unser Karten-Wizard Szapi hat dafür gesorgt, dass wir vier Tickets bekommen haben, Marcel buchte weitere vier Stück. Wir selbst waren dabei zu fünft: Außer Marcel und Szapi waren das auch noch Padre, Ohst und ich. Drei Tickets waren also übrig – die konnten wir an Nicole, Sylvette und Ingo weitergeben, also ebenfalls an langjährige Fans, mit denen ich auch schon seit Jahren durch die Musik befreundet bin.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja – Samstagabend! Sonntag wollten wir vormittags ab Düsseldorf fliegen und Szapi und ich haben die Gelegenheit genutzt, uns bei Zoni einzunisten und den Samstagabend in Oberhausen im Kulttempel auf der Depeche Mode-Party zu verbringen. Viel besser hätte man sich schließlich auf den bevorstehenden Trip nicht vorbereiten können.

Klar, dass wir auf der Party im Gespräch gerne darauf hinwiesen, dass wir nicht ewig bleiben können, um dann auf Nachfrage erklären zu können, dass wir am nächsten Abend wahrhaftig in Glasgow beim Depeche Mode-Konzert sein würden. Mein Vorhaben, aus Solidarität zu Szapi (mit dem Auto unterwegs) weniger zu trinken, konnte ich nur in Ansätzen realisieren. Zu überzeugend waren die Schnapsangebote Marcs, zu trocken meine Kehle und nicht zuletzt hab ich ja auch Verantwortung zu tragen: Mit meinem Bierkonsum trage ich schließlich dazu bei, dass Peters Laden ordentlich läuft 😉

Irgendwie war es dann doch halb fünf morgens, bis wir schließlich zum Schlafen kamen. Okay, also zumindest ich – Szapi zog später um in die Küche, weil er nicht schlafen konnte. Ich glaube, wir konnten nicht mehr abschließend klären, ob der Grund dafür meine Schnarcherei oder mein John Sinclair-Hörspiel war – vermutlich war es beides. 😀 Sei es drum: Die Nacht war natürlich erschreckend schnell vorbei, aber wir waren dennoch bester Laune, denn schon bald würden wir im Flieger nach Glasgow sitzen.

Die Laune wurde am Flughafen noch besser: Schnell trafen wir auf die anderen Verrückten. Irgendwie sind es doch immer wieder die gleichen Gesichter, denen man auf diesen Trips über den Weg läuft und nie hat man das Gefühl, dass in der Zwischenzeit schon wieder ein paar Jahre ins Land gezogen sind. Nach dem Weg durch die Sicherheitsschleuse (persönlicher Triumph: Ich musste meine Schuhe mit Stahlkappen nicht ausziehen – das passiert nun wahrlich selten) marschierten wir zum Gate und nutzten dort die Gelegenheit, ein paar weitere Fans zu begrüßen – und uns die ersten Biere in die hohlen Birnen zu kippen. Schließlich wollten wir nicht nüchtern in Schottland ankommen – was sollten die Leute da denn sonst von uns denken?

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr mit einem eurer Freunde noch mal flott pinkeln geht und ihr dann auf der Toilette über den Lautsprecher hört, dass letztmals euer Flug aufgerufen wird? Seit diesem besagten Sonntag kenne ich es! Wieso wir das so verbaseln konnten, weiß natürlich kein Mensch mehr, aber letzten Endes kamen wir alle noch einigermaßen pünktlich im Flieger an.

Die Flugbegleiterinnen waren äußerst freundlich – leider kamen sie aber unserem Wunsch nicht nach: Wir wollten eine Cassette beim Piloten abgeben, wie man das auf Klassenfahrten nun mal so macht. 😀 Erstaunlich schnell gelang es uns übrigens, die beiden Damen von sämtlichem Bier zu befreien, das sie in ihren Karren gebunkert hatten – hat natürlich niemand was anderes erwartet. Der Flug verging – na ja – wie im Flug halt und wir landeten sogar deutlich zu früh. Empfangen wurden wir übrigens von strahlendem Sonnenschein – da hätte ich vorher sicher auch nicht drauf gewettet, dass ausgerechnet in Schottland die Sonne ballert, wenn wir ranrauschen.

Warten auf Ohst: Schulzi, Tyler Durden, Padre und Szapi
…und da isser 😀

Im Taxi konnten wir uns direkt mal davon überzeugen, mit was für feinen Menschen man es in Glasgow zu tun hat – sehr netter und unterhaltsamer Taxifahrer. Wir waren natürlich nicht ewig da, aber wir haben an den beiden Tagen nicht einen einzigen unfreundlichen oder irgendwie unentspannten Menschen getroffen. Ich bin echt begeistert von dem Volk in Glasgow bzw. in Schottland generell.

Im Hotel angekommen hatten wir dann die Wahl: Entweder schon rein in die Zimmer gegen Aufpreis – oder in dem kleinen Raucherbereich an der frischen Luft sitzen und Bier trinken, bis man in die Zimmer kann. Es sollte sich übrigens herausstellen, dass die freundliche Dame hinterm Tresen nicht nur einfacher zu verstehen war als die meisten anderen Schotten, sondern auch noch Depeche Mode-Fan war – ärgerlicherweise aber ohne Karte. Hätten wir ihr eine besorgt, hätten wir sofort in die Zimmer gekonnt, sagte sie uns noch – schade, dass wir keine mehr übrig hatten 😉

Ein Zimmer – das von Marcel – hat sie uns dann doch direkt klar gemacht. Dort bunkerten wir dann unsere Brocken und danach ging es wieder zur Rezeption, die sich übrigens im sechsten Stock befand – ist mir irgendwie auch noch nicht untergekommen sowas. Wir haben uns jedenfalls sofort mal ein paar Flaschen Kaltgetränke aus einem der beiden Kühlschränke gekrallt, die an der Rezeption standen und haben uns dann die schottische Sonne auf unsere angesoffenen Birnen scheinen lassen.

Foto von Padre (v.l.n.r.): Ohst, ich, Padre, Szapi und Marcel

Muss ich noch extra erwähnen, dass ruck zuck sowohl Cider und Bier weg gesoffen waren? Da die lieben Schotten nicht nachkamen mit dem Auffüllen hab ich dann auf irgendeinen Bier-Mix-Kram ausweichen müssen – irgendwas mit Schoko-Note…Verrückt, die Schotten…

Irgendwann war dann Zeit, um sich aus dem Hotel zu trauen, nachdem wir unsere Zimmer beziehen konnten und uns frisch gemacht haben. Es ging zunächst mit dem Taxi ins Solid Rock Café, wo „The Kilts“ zu ihrer Depeche Mode-Party geladen hatten – genau das Richtige zum warm werden!

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Dort trafen wir auf weitere Bekannte und auch mein lieber Freund Ingo gesellte sich zu uns. Er traf dort auf alte Freunde, die er noch aus seiner Glasgow-Zeit kennt – ebenfalls feine Menschen, mit denen ich mir dann auch noch ein Bierchen schmecken ließ.

Kleiner Exkurs: Die (gescheiterte) Kanada-Mission

Sorry übrigens an alle, die ich mit meiner zusätzlichen Mission genervt hatte: Witzigerweise war ein Bekannter aus Kanada – Ryan aka Captain Canada – wenige Tage vor uns ebenfalls in Glasgow und nachdem er davon hörte, dass wir kurz nach ihm in der Stadt sein würden, beschloss er, mir irgendwo in der Stadt eine Nachricht zu hinterlassen.

Er gab mir verschiedene Hinweise und so wusste ich, dass es ein Pub war, in welchem er diese Nachricht deponiert hatte. Falls ihr zufällig mal dort sein solltet: Schaut doch mal im Waxy O’Connors hinter dieses Bücherregal (siehe Bild) und sagt mir Bescheid, ob die Message von Ryan zufällig noch da ist.

Auf zum Barrowland Ballroom

Dann war es also endlich soweit und wir quetschten uns erneut in ein paar Taxis – auf zum Barrowland Ballroom – einer Konzert-Location im Osten der Glasgower City, von der mir im Vorfeld schon versichert wurde, dass sie der perfekte Ort ist, um ein Konzert zu genießen: Angenehm überschaubare Größe und eine feine Akustik. Das sollte sich übrigens beides später noch bestätigen, aber bevor es tatsächlich rein ging, hatten wir noch ein wenig Zeit. Aus einem Irish Pub klang Live-Musik, im Pub wenige Meter daneben scharten sich Depeche Mode-Fans zusammen und feierten feuchtfröhlich das, was da heute noch passieren sollte.

Dort mischten sich dann auch Einheimische ohne Depeche-Hintergrund mit uns Weitgereisten und auch hier war es wieder eine unfassbar schöne, fröhliche und entspannte Stimmung, die dazu beitrug, dass die Biere wieder besonders leicht die Kehlen runter flossen. Wir stärkten uns dann noch in einer Fast Food-Bude, wie ich sie vorher auch noch nicht gesehen hab: In der Auslage sah man schrecklich wenig und an der Wand sah man nur eine Handvoll „Symbol-Bilder“ von Mahlzeiten. Wir konnten uns zusammenreißen, dass es Pizza gab, alles Mögliche mit Chicken und irgendwelche Dinge, die wir so vermutlich noch nicht gegessen hatten.

Da ich ja bekannt bin für meine überschaubaren Fähigkeiten, mich in englischer Sprache zu verständigen, kostete es mich einige Mühe, meinen Wunsch zu formulieren. Letzten Endes gab es einen echt köstlichen Kebab mit einem Berg Pommes und das alles wirklich so günstig, dass ich jetzt noch vor Freude leise weinen möchte angesichts dieser Gaumenfreude. Ich glaub, das war so ein typischer Familienbetrieb – der Opa stand selbst noch in der Küche, während mir der Mensch, der dem Aussehen nach sein Enkel oder gar Urenkel sein könnte, begeistert von der eigenen „Special-Sauce“ nach Familienrezept vorschwärmte. Die war übrigens scharf wie sonstwas, aber auch scheiß-lecker, sah allerdings aus wie Erdbeermarmelade. 😀 Erst nach dem Bestellen fiel uns übrigens ins Auge, dass an der Seite Karten mit etwa einer Zillion Speisen aufgeführt waren, die man allesamt dort ordern konnte.

Dann aber war es endlich soweit: Wir machten uns auf den Weg in die heiligen Hallen!

Dort angekommen, war erst einmal unser Orientierungssinn gefragt. Es ging eine Treppe rauf und wir erblickten neben einem sehr großen Raum zumindest schon mal die Garderobe. Bis wir es dann tatsächlich zum Konzertsaal schafften, der noch eine Treppe weiter oben war, sollte es noch eine Weile dauern. Machte aber nichts – schließlich haben wir zumindest den Tresen gefunden, um unseren Durst zu stillen. Schlimm, wie viel Durst man an einem einzigen Wochenende haben kann.

Die Gruppe verteilte sich übers Areal, Szapi und ich erkundeten schon mal den Platz vor der Bühne, wo gerade ein DJ das Publikum unterhielt. Auf der rechten Seite stand bereits Sylvette in der ersten Reihe. Sie ist irgendwie nur gefühlte 1,20 Meter groß und der Platz an vorderster Front war somit ihre einzige Chance, gescheit die Ereignisse auf der Bühne verfolgen zu können. Nach einem kurzen Schwatz mit ihr zogen wir weiter – ich bin fast sicher, um wieder einmal Bier zu holen 😀 Sylvette hatte den Nachmittag übrigens anders verbracht als wir. Sie hatte tatsächlich das Glück, der Band über den Weg zu laufen und hat endlich ihr heiß ersehntes Foto mit Dave bekommen. Freut mich nach wie vor riesig, dass das geklappt hat. 🙂

So nach und nach fanden wir dann alle in diesem wirklich tollen Saal zusammen. Einige von uns – wie Nicole – waren auch weiter vorne, aber die Masse von uns hatte einen sehr strategisch gewählten Platz bevorzugt: Mittig und mit ein wenig Abstand zur Bühne, so dass man super sehen konnte, aber auch Toiletten, Raucherbereich und vor allem die Bierbude in adäquater Zeit erreichen konnte. Übrigens hab ich später erst mitbekommen, dass Marcel nicht etwa lustige Videos für den kleinen Kreis gemacht hat, sondern tatsächlich für all seine Facebook-Freunde live gestreamt hat, der Verrückte 😀

Apropos Raucherbereich: Es war unfassbar heiß in der Butze – erst recht für mich Fettsau – also beschloss ich, mich den Rauchern anzuschließen, die kurz vor dem Konzert nochmal an die frische Luft wollten. Fragt mich nicht, wieso wir auf die Idee kamen, aber plötzlich standen wir in Glasgow auf der Straße und skandierten aus voller Brust (und Überzeugung): „Scheiße BVB, Scheiße BVB, Scheiße, Scheiße, Scheiße, BVB“ 😀 Was man betrunken halt so macht. ^^

Und was passierte daraufhin? Ein Mädchen rief aus etwa zehn Metern Entfernung ein „Ey, watt soll datt  denn?“ und kam dann natürlich zu uns herüber gewackelt. Wir waren tatsächlich in der Fremde auf ein Dortmunder Mädel gestoßen! Es ist wie mit uns Königsblauen: Die Brut ist einfach überall“ 😀

Das Konzert

Danach schnell wieder rein, nochmal flott ein paar Bier bestellt und dann stieg die Spannung: Eine Moderatorin ließ mit ein paar Sätzen das jetzt langsam zu Ende gehende BBC Radio 6 Festival nochmal Revue passieren, spulte dann ein paar nette Sätze zu den Stars des Abends herunter und begrüßte dann unter dem riesigen Jubel aller Fans im Saal sehr euphorisch Depeche Mode. Hier ein paar Impressionen vom ollen Dave – fotografiert von Padre:

Es gibt Konzerte und es gibt Konzerte. Ich will damit sagen: Für mich ist ein Konzert von Depeche Mode generell schon immer was besonderes, aber manchmal passieren auch Dinge, wo Du schon währenddessen ahnst, dass Du Teil eines ganz besonderen Moments bist. Als die Band loslegte, befand ich mich inmitten eines solchen Moments.

Es war vorher schon ein perfekter Tag: Keine Probleme wälzen, sondern einfach nur mit absolut großartigen Menschen in den Flieger springen, in ein tolles Land fliegen.

I’m taking a ride with my best friend(s)

Dort dann die Menschen, die Sonne und das Bier genießen, alte und neue Freunde treffen und schließlich in dieser Halle landen. Und da standen wir jetzt, inmitten einer wie entfesselt wirkenden Menge. Man hatte das Gefühl, dass ganz Glasgow stolz darauf ist, dass diese Band sich so viele Jahre nach dem letzten Konzert erneut in genau dieser Location einfindet, um sich für die anstehende Tour in Fahrt zu bringen.

Ich erwartete den gleichen Anfang wie in Berlin und so kam es dann auch. Mit „Going Backwards“, dem bärenstarken Openers des neuen Albums ging es los, gefolgt von „So much love“, ebenfalls von Spirit. Schon da hatten wir das Gefühl, dass diese Kombination keine so schlechte ist für das Intro und uns auch auf der bald folgenden Welttournee bestehen bleiben würde.

Ihr würdet übrigens staunen, wie laut alte Typen wie wir Depeche Mode-Texte gröhlen und dazu tanzen und springen können. Später würde ich noch zu meinen Freunden sagen, dass ich heilfroh bin, dass es „nur“ ein Gig mit 12 Songs war und kein volles Konzert – mein Körper hätte das einfach nicht durchgestanden. 😉

Inklusive „Cover me“ – dem sechsten Song des Abends – war die Setlist bislang unverändert. In Berlin hatte ich noch das Gefühl, dass das Lied, welches mein Favorit auf „Spirit“ ist, live leider ein wenig schwächer klingt. Dieses Gefühl hatte ich in Glasgow überhaupt nicht mehr. Erwachsene Männer heulten wie kleine Kinder – es war auch nicht das einzige Mal, dass uns vor Ergriffenheit die Tränen in den Augen standen. 😀

Eine unglaublich starke Melodie zeichnet „Cover me“ aus, Daves Stimme klingt besonders gefühlvoll und man konnte schon bei der Studio-Version erahnen, dass dieser Tempowechsel in der Mitte des Songs uns besondere Live-Momente bescheren würde. Genau so kam es auch: Dave ist einer dieser Frontmänner, wie es sie heute nicht mehr oft gibt und die jederzeit auch noch die letzten Menschen in der hintersten Ecke eines Saals im Griff haben. Logisch, dass nach „Superstar“ und dem erwähnten Tempowechsel alles mitklatschte bis zum Ende des Liedes.

I pictured us in another life
Where we’re all super stars

Der eindringliche erste, langsamere Teil des Liedes, dann dieser Wechsel zu einer schnelleren Passage mit Sounds, die an Kraftwerk erinnern, diese wunderschönen, warmen Flächen und über allem schwebt Martins Gitarre – mittlerweile habe ich ein paar Konzerte dieser Global Spirit Tour sehen dürfen, „Cover me“ ist eines der absoluten Highlights.

Danach lagen wir uns eh schon glückselig in den Armen, aber es sollte noch schöner kommen. Martin trat ans Mikro und es ertönten die ersten Töne von „Home“. Eines meiner absoluten Lieblingsstücke von Mart und vor allem wurde sie nicht nur in einer akustischen Version dargeboten, sondern mit voller Band-Unterstützung. Und bevor ihr fragt: Ja, natürlich hatte ich schon wieder Pisse in den Augen.

Danach übernahm dann wieder Dave, intonierte die Single „Where’s the Revolution“, bevor die Band nochmal vier alte Hits rauskramte und dafür sorgte, dass nun endgültig aus einem Konzert eine riesige Party geworden ist. Alles sprang fröhlich durcheinander und nachdem die letzten Töne von „Enjoy the Silence“ verklungen waren, strömten wir begeistert, absolut glücklich und zudem auch nassgeschwitzt nach draußen, wo uns eine milde Glasgower Nacht in Empfang nahm. Hier nochmal die komplette Setlist:

  1. Going Backwards
  2. So Much Love
  3. Corrupt
  4. A Pain That I’m Used To (‚Jacques Lu Cont’s Remix Version)
  5. World In My Eyes
  6. Cover Me
  7. Home (Full Band Version)
  8. Where’s The Revolution
  9. Barrel Of A Gun
  10. Walking In My Shoes
  11. Personal Jesus
  12. Enjoy The Silence

Danach trennten sich unsere Wege, zumindest zum Teil: Die Einen brausten im Taxi davon, die anderen – wir – schlenderten durchs nächtliche Glasgow und landeten dann irgendwann auf der Aftershow-Party, wo ich zum wiederholten Male David über den Weg lief. Er ist ebenfalls Blogger, lebt in Glasgow und wenn ihr Bock habt, ein englischsprachiges Blog mit dem Schwerpunkt Depeche Mode zu lesen, lege ich euch seine Artikel wärmstens ans Herz.

Die Party machte richtig Laune, fast logischerweise waren auch wieder viele deutsche Depeche-Fans vor Ort und ich kam endlich dazu, mit dem lieben Ingo einen Whisky zu trinken. Wäre ja auch unverschämt, Schottland zu verlassen, ohne das getan zu haben. Danach ging es mit den letzten Nachteulen zurück ins Hotel, wo wir uns – selbstverständlich – nochmals auf ein paar Biere hinsetzten und der gute Marcel erfreulicherweise drei Pizzen spendierte, die wir uns noch schmecken ließen.

So ging ein äußerst ereignisreicher Tag sehr entspannt zu Ende und ich glaube, friedlicher und glücklicher bin ich vorher schon lange nicht mehr eingeschlafen wie in dieser Nacht. Keine Ahnung, was für Erlebnisse die Tour noch für uns bereithält, aber es wird für jeden Abend schwierig, diesen Glasgow-Trip zu stoppen.

Epilog:

Müde, erschöpfte, aber zufriedene Depeche Mode-Fans betreten den Flieger, der uns von Glasgow zurück nach Düsseldorf bringen soll. Ich wunderte mich schon, dass Szapi, der ein paar Personen vor mir die Maschine betrat, die Crew scheinbar mit Handschlag begrüßte. Den Grund dafür sah ich dann aber schnell:

Kein Geringerer als Volker Lutz, Sänger und Mastermind von T.O.Y. war an Bord unserer Maschine und nutzte die Gelegenheit übrigens, um neben den „normalen“ Passagieren auch explizit die Depeche Mode-Fans an Bord zu begrüßen. War eine Riesen-Nummer und für mich der perfekte Abgang aus Glasgow. Die Band hat übrigens gerade erst wieder ein nagelneues Album abgeliefert – hört mal rein in Pain is Love.

Abschließend will ich nochmal meiner Sensations-Truppe danken, hier vor allem aber Szapi. Der hat mich nämlich nicht nur danach noch vom Flughafen nach Hause chauffiert, sondern – nachdem wir viel gequatscht haben – dazu ermutigt, mal wieder ein eigenes Blog zu launchen. Er selbst hat mir dafür noch am selben Abend bei hostix.de den entsprechenden Webspace bereitgestellt und sogar schon WordPress komplett eingerichtet.  Eine Schande, dass es drei Monate dauerte, bis ich dann endlich die ersten Artikel veröffentlicht hatte. 😉