I don’t like Mondays

Habe ich was gegen Montage? Quatsch, überhaupt nicht tatsächlich. Ich wollte den Beitrag eigentlich letzten Montag schon geschrieben haben, bekam da aber den Arsch einfach nicht hoch.. Ich hatte „Manic Monday“ als Titel im Kopf. Jenen Song, der die Bangles über Nacht berühmt machte und der von einem gewissen „Christopher“ komponiert wurde, unwesentlich bekannter unter dem Namen Prince.

Ich hab keinen Schimmer, wieso ich diesen Song im Ohr hatte letzte Woche. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass der Titel einfach so gar nicht zum Beitrag passen würde. Also hab ich mich einfach für den nächstbesseren Song entschieden, in welchem der Montag vorkommt (Ja, nimm das, Blue Monday!). Mit „I don’t like mondays“ von den Boomtown Rats, einem Song aus der Feder von Sir Bob Geldorf, gingen quasi die Siebziger zu Ende.

Wenn ich mich recht erinnere, ließ sich Bob seinerzeit durch einen skurrilen Amoklauf zu dem Song inspirieren. Die Killerin sprach mit der Presse über die Beweggründe, die sie dazu brachten, wahllos auf fremde Menschen zu ballern – und sie sagte halt, dass sie keine Montage mag und ihr langweilig wäre. Unfassbar, was in manchen Köpfen los ist, oder?

Was wollte ich eigentlich erzählen? Um Musik sollte es ja eigentlich nicht gehen. Es ging um letzten Montag und wieso ich ihn als so schräg empfunden habe. Das Bemerkenswerteste generell war wohl, dass Facebook, WhatsApp und Instagram einfach mal sechs Stunden platt waren. Ich hatte Urlaub, habe den ganzen herrlichen Tag unfassbar wenig zustande gebracht und hatte mich knietief in eine Netflix-Serie reingewühlt. Ich könnte jetzt nicht einmal sagen, welche es war, weil ich in den letzten Tagen wieder so unanständig viel geglotzt habe: Midnight Mass, die letzte Staffel von How to get away with murder, das unvermeidliche Squid Game, die dritte Staffel von Sex Education, The Billion Dollar Code, Der Kastanienmann. Meine Fresse, ich hab echt zu viel geglotzt in den letzten Wochen!

Eigentlich wollte ich auch immer mal wieder Serien bzw. Staffeln hier besprechen – auch damit komme ich nicht aus dem Arsch anscheinend. Aber das ist eine gute Überleitung, denn dieses aus-dem-Arsch-kommen ist mein großes Problem in letzter Zeit. Ich hänge oft mit Arbeit hinterher oder brauche zu lange. Komplett katastrophal wird es dann aber privat. Denn egal, was ich plane oder mir vornehme: Es wird nix! Zumindest nicht, wenn es wichtig ist.

Ich hab mir für den Urlaub eine To-Do-Liste gebastelt, in der knapp 30 Sachen standen. Darunter auch die 15.000 Schritte, die ich mir für Montag bis Freitag vorgenommen hatte, also fünf Aufgaben der letzten Woche waren schon mal diese Schritte. Die habe ich übrigens auch geschafft – immerhin was. Aber wie ich schon sagte: Je wichtiger es wurde, desto wahrscheinlicher war auch, dass ich mich nicht drum kümmerte.

Fun Fact: Letzte Woche Freitag war mein erster Urlaubstag – die To-Do-Liste war fertig am … Dienstag! Drees, ey, ernsthaft!

Friends Will Be Friends

Auf der Liste standen auch diverse Blog-Artikel, die ich hier veröffentlichen wollte. Ich hab sie aus verschiedensten Gründen verworfen. Da waren ein paar Gedanken, die ich mir zu einem sehr lieben Menschen von der Seele schreiben wollte. Ein sehr lieber Mensch, der das Gefühl hat, u.a. wegen mir seine Familie vernachlässigt zu haben und deswegen jetzt – nach über einem Jahrzehnt Freundschaft – den Kontakt zu mir abbrach. Ich erwähne sie irgendwie nie, im Gegensatz zu anderen tollen Freunden wie Krücke, Ohst, Szapi, Caschy oder Tom.

Vielleicht ist das auch ein Teil dieser besonderen Freundschaft gewesen, dass sie so völlig unterm Radar lief. Ich habe ihr ein paar Dinge anvertraut, die nur wirklich wenige Menschen von mir wissen. Und so manchen Gedanken in meinem Kopf habe ich sogar nur ihr exklusiv verraten. Nur, damit Ihr das einordnen könnt, wie wichtig mir diese Person ist, selbst wenn wir manchmal monatelang keinen Kontakt hatten.

Jetzt ist sie jedenfalls weg. Das klassische Ghosting – sie reagiert einfach nicht mehr, nachdem sie sich so höflich und eloquent wie immer von mir verabschiedet hat.

Ich weiß nicht, wie man damit umgeht. Ich kann nicht mal sagen, dass ich sie gerade schlimm vermisse, weil wie gesagt: Wir hatten oft Phasen, in denen wir länger keinen Kontakt hatten. Die Leere verspüre ich aber dennoch und der einzige Mensch, mit dem ich wirklich drüber reden könnte, reagiert halt nicht. Letzten Endes dachte ich mir aber, dass ich da keinen eigenen Beitrag zu bloggen sollte. Auch, wenn ich den Schritt nicht verstehe, halte ich sie natürlich nach wie vor für einen sehr außergewöhnlichen, besonderen, liebenswerten Menschen. Würde ich mich jetzt einen ganzen Artikel lang daran abarbeiten, dass sie weg ist, wäre mir das Risiko zu groß, dass Menschen, die mir auch eigentlich nur was Gutes tun wollen, unschöne Dinge über sie sagen könnten. Das würde ihr nicht gerecht, also lass ich’s.

Immerhin wisst ihr hiermit jetzt aber, dass mich das seit einigen Tagen beschäftigt und dazu bringt, wieder über mich selbst nachzudenken und darüber, wieso mir das immer wieder passiert, dass Menschen sich abrupt aus meinem Leben verabschieden. Wie oft darf einem sowas passieren, bis man einsehen muss, dass es – zumindest auch – an einem selbst liegt?

So ’ne Musik

Noch ein Artikel, den ich schreiben wollte, hängt mit einem Konzert zusammen, welches Anfang November in Oberhausen im Kulttempel stattfindet. Viele von Euch wissen, auf welches Event ich anspiele und vermutlich auch, auf welches Posting von mir auf Facebook. Genau, dieses hier:

Wer das alles nicht lesen möchte, oder wem es schlicht zu kryptisch ist – ich umreiße es nochmal kurz: Peter als Besitzer des Kulttempels will seinen Gästen eine Freude machen, weil sie ihm in schweren Zeiten die Treue gehalten haben und seine Events auch in diesen schrägen Zeiten besucht haben, in denen normale Veranstaltungen nicht denkbar waren. Das Dankeschön an die Gäste sieht so aus, dass er drei Bands – Rotersand, Frozen Plasma und Rroyce – auftreten lässt und die Tickets für die Veranstaltung exakt null Euro kosten. Zero. Nix. Nada.

Die Bands wurden vorher nicht genannt, sollten an einem Mittwoch um 18 Uhr bekanntgegeben werden. Ob es Vermutungen und Andeutungen gab, um wen es sich handeln könnte? Jau, klar – ist ’ne überschaubare Szene. Aber nur eine Band – Rroyce – wendete sich direkt an seine Fans in der eigenen FB-Gruppe: Bereits einen Tag vorher präsentierte man der eigenen Fanbase „exklusives Vorteilswissen für Fanclub-Mitglieder“.

Ich fand, dass das ein absoluter Arschloch-Move ist. Finde ich noch! Viele andere zu Glück auch, auch wenn es einige aus nachvollziehbaren Gründen nicht so laut kommunizieren wie ich. Einmal verschafft man den eigenen Fans einen Vorteil. Mit 24 Stunden Vorlauf konnte man sich in Stellung bringen, Fahrgemeinschaften abkaspern und klären, ob man überhaupt Zeit hat und wer mitkommt. Zum anderen – und das finde ich persönlich viel entscheidender – sollte es eine Überraschung sein. Eine Bombe, die Peter am Mittwoch um 18 Uhr platzen lassen wollte. Wie gesagt: Ich halte es für einen Dick-Move, der mehr als unnötig war und ja, wie ihr unter obigem Facebook-Link nachlesen könnt, darf man mir ruhig vorwerfen, die Band auf ein Level mit einem alten Blecheimer gehoben zu haben.

Die Intention meines Postings war es, deutlich zu machen, was ich von diesem Vorgehen halte. Ich hab mich übrigens direkt rückversichert, dass die Dinge so liegen, wie ich sie beobachtet habe. Es gab also keine Absprache, nach der die Band vorher schon an die Öffentlichkeit gehen durfte. Dass ich das Thema jetzt hier nochmal anspreche, ist mit Sicherheit ein Eigentor, weil ich da etwas aufgreife, was vermutlich wieder dem ein oder anderen übel aufstößt und ich mir entsprechende Reaktionen anhören bzw. durchlesen darf.

Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, allen voran Vasi, hatte ich auch längst gesagt, dass ich das hier auf dem Blog doch lieber nicht aufgreifen möchte. Aber ich kann halt nicht aus meiner Haut und fühle mich ungerechtfertigt angegriffen. Ein paar Sätze möchte ich einfach nicht unkommentiert stehenlassen, die in dem Zusammenhang unter dem Posting gefallen sind. Sätze wie:

„… niemand braucht einen „Krieg“ zwischen den Fangruppen …“

Wenn ich sage, dass ich eine Aktion beschissen finde, muss ich mir also vorwerfen lassen, nichts weniger als einen „Krieg“ loszutreten. Geht es echt nicht eine Nummer kleiner?

“ …Das du Rroyce hasst ist doch kein Geheimnis …“

(Ja, natürlich habe ich Tippfehler so gelassen, wie sie verfasst wurden). Ich hasse Rroyce nicht. Zwei von drei Typen in der Band kenne ich nicht einmal wirklich. Und ich hasse keine Band, nicht mal Rroyce. Es ist für meine Ohren einfach eine unfassbar belanglose Dark-Schlager-Grütze, bei der mir die Füße einschlafen. Das hat aber auch mit mir selbst zu tun, weil ich mich generell bei sehr viel Synthpop-Musik schrecklich langweile (wenn sie zu Schlager-esque wird). Mittlerweile sprechen mich übrigens deutlich mehr Leute auf die Band an, als ich sie selbst erwähne. Ich wüsste nicht, wann ich vor diesem Posting das letzte Mal ein Wort über sie verloren hätte.

Bis Rroyce-Casi wusste, dass ich seine Musik kacke finde, war er sehr nett zu mir und ich umgekehrt zu ihm natürlich auch. Wir haben zusammen angestoßen, uns gegrüßt und unterhalten – bis er mich halt auf Facebook entfreundet hat. Ist kein Beinbruch, aber mindestens mal schräg. Noch schräger, wenn Rroyce-Fans, mit denen man fast 20 Jahre befreundet war, ebenfalls die Freundschaft kündigen. Okay, da sind wir wieder beim ersten Thema – nur, dass ich in diesem Fall weiß, wieso sie sich verpisst haben.

Ich habe noch kein Fanlager bislang kennengelernt, welches so gereizt auf Kritik an den eigenen Helden reagiert. Ich bin kein Kind von Traurigkeit, wenn es ums Austeilen von Sprüchen geht. Ich glaube aber, wirklich bösartig bin ich dabei wirklich nur in den allerseltensten Fällen. Aber klar: Wenn ich sehe, dass da Menschen wegen nichts auf die Palme gehen, dann kann ich fast nicht anders, als meinen dreckigsten rostigen Löffel zu nehmen und genüsslich in dieser Wunde rumzubohren.

Wir brauchen nicht drüber diskutieren, ob man sich das verkneifen könnte. Dumme Sprüche kann man sich immer verkneifen, aber dann wäre das Leben doch eine ziemlich trübe Suppe, oder? Der Punkt muss sein, dass man sich dennoch im real Life mit Respekt begegnen kann trotz dummer Sprüche und dass ein Teil der Geschichte ist, dass man auch selbst mit dummen Sprüchen rechnen muss. Ich kann Gegenrede und andere Meinungen gut ertragen – aber einiges von dem, was ich in der Folge noch zitiere, will ich zumindest nicht ungesagt so stehenlassen.

Ich finde es übrigens per se (also komplett unabhängig von Rroyce) amüsant, dass sich Menschen jenseits der 40 oder gar 50 immer noch hinstellen und ernsthaft über guten und schlechten Musikgeschmack diskutieren wollen. Es ist schlicht Unsinn, weil Geschmäcker zum Glück verschieden sind. Wie gesagt: Ich verliere schon lange nicht mehr viele Worte über diese Band, schon gar nicht öffentlich. Da von Hass zu sprechen, ist daher schlichtweg Quatsch – auf jeder denkbaren Ebene.

„… Das [sic!] du angepisst bist ok, aber die Art und Weise wie du es, mit deiner Reichweite, kundtust und wie darauf die Reaktionen ausfallen hat der Abend nicht verdient. Du wirst einen Scheiss drauf geben, aber uns hat es die Vorfreude genommen … Ich habe keinen Bock ein geiles Event zu besuchen wenn dies mit einer negativen Stimmung belegt ist … „

Welche Reichweite eigentlich? Ich bin doch nicht Böhmermann, meine Fresse! Ein einziges privates Posting richtet also was an, die Ansage einer Band an seine Fans hingegen nicht? Verstehe ich nicht, diese Logik. Und noch besser ist es, mir einen Vorwurf zu machen, dass ich den Abend ruiniere und Leuten die Vorfreude nehme. Ich hätte mir den Kack doch eh gar nicht angesehen und mich auf „meine“ Bands konzentriert.

„… Carsten Drees ruft mal wieder zu einer Inquisition gegen seine favorisierte Hassband auf und nutzt seine Reichweite, um andere gegen die Band mitwettern zu lassen …“

Schon wieder das mit der „Reichweite“ und dem „Hass“. Nur ein Gedanke dazu: Ich halte meine Freunde für intelligent und erwachsen genug, selbst zu entscheiden, gegen was sie wettern und gegen was nicht. Sieht man ja auch daran, dass sich andere Leute durchaus anders positionieren in den Comments. Und ernsthaft: Inquisition? Aufruf? Junge, Junge, haben manche Menschen was am Helm.

„… Diese ganze Hasswelle gegen Rroyce ist einfach nur widerlich …“

Hass hatten wir ja schon mehrfach jetzt. Mich wundert eher der Begriff „Welle“ angesichts eines einzigen Postings.

„… Aber diese Hetze zeugt bei weitem nicht von seiner sonst gepredig Akzeptanz und Toleranz …“

(Wie gesagt: Rechtschreibfehler dieser Statements korrigiere ich nicht). Ist es echt ein Zeichen mangelnder Toleranz, wenn ich Scheißaktionen nicht toleriere bzw. sie als Scheißaktionen benenne?

„… Fakt ist eins: Ich hoffe, er gerät mal an den Richtigen mit solchem Shitstorm und findet seinen Meister …“

Ohne Worte …


Mann, so viel Zeilen wollte ich dieser Kapelle nun wirklich nicht widmen, aber ich wäre geplatzt, wenn ich zu den Kommentaren nicht noch Stellung bezogen hätte. Aber wie eingangs erwähnt: Ich wollte daraus nicht noch einen eigenen Beitrag machen, der nur noch mehr Leute triggert. Wer sich dadurch jetzt dennoch getriggert fühle, dass ich es hier anspreche? I don’t care. Ich will niemandem den Spaß, den Abend oder sonst was vermiesen – wieso auch?

Ich erwäge jetzt allerdings, mir diesen Abend da nicht anzutun. Ich vertraue darauf, dass Krischan, Vasi und ihre Bands und auch Peter das nachvollziehen können. Ich hätte Bock auf eine besondere Show gehabt, aber nicht unter diesen Bedingungen. Ich will mir nicht ans Bein pissen lassen für die miese Stimmung, die sich da einige selbst machen. Und ich werde den Teufel tun, künftig meine Fresse zu halten, wenn sich jemand aus meinem Blickwinkel betrachtet wie ein Arsch benimmt. Übrigens gilt das auch für meine Freunde – das sind die ersten, an die ich mich mit Kritik wende und das sind auch die, bei denen es mir am meisten wehtäte, würden sie sich so benehmen.

How To Be A Millionaire

Drei Themen wollte ich in separaten Artikeln ansprechen: Thema Freundschaft, Thema Musik und was war da noch? Ach ja, Kohle! Eigentlich wollte ich also auch über meine prekäre finanzielle Situation einen eigenen Beitrag geschrieben haben, aber das verschiebe ich noch ein bisschen. Das hole ich nach, sobald ich faktisch in der Insolvenz bin. Damit ist eigentlich auch das Kätzchen ja bereits aus dem Sack: Ich muss in die Privatinsolvenz – habe über viele Jahre viele Dinge unsagbar falsch gemacht und mich in eine Situation manövriert, aus der man alleine längst nicht mehr herauskommt. Zum Glück bin ich an NextPit und Johanna und Fabi geraten, die mir da mit vereinten Kräften raushelfen wollen.

Dummerweise fehlt noch ein letzter Schritt, den ich in der Urlaubswoche gehen wollte. Aber wie gesagt: Um den unwichtigen Scheiß kümmert man sich, um den Brief vom Anwalt macht man den denkbar größten Bogen, den man in einer kleinen Wohnung machen kann. Aber das schaffe ich in dieser Woche und dann sehe ich hoffentlich bald klarer. Das ist auch der Grund, wieso ich das hier jetzt nur so knapp anspreche: Wenn ich mehr Durchblick habe und die Situation besser einschätzen kann, kann ich da einfach mehr zu erzählen.

Bis dahin läuft mein Leben eben so weiter wie bislang: Aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen sagt man alles Mögliche ab, egal ob Partys, Konzerte oder auch nur eine Verabredung auf ein paar Bierchen oder ’ne Currywurst. Besagte Currywurst-Pommes habe ich mir als letzten Luxus des Monats neulich gegönnt. Auch, weil ich mit einer lieben Freundin verabredet war, die ich viel zu lange nicht mehr gesehen habe und ich sie nicht schon wieder versetzen wollte.

Für den Rest des Monats ist jetzt wieder Schmalhans Küchenmeister. Es wird wohl wieder ein echt enger Monat, aber das ist okay. Irgendwie macht man das ja schon sein ganzes Leben so, mal mehr, mal weniger. Jetzt gibt es eben wieder mehr Toastbrot und Nettos Miracoli-Surrogat. Außerdem weiß man, dass es in absehbarer Zeit hoffentlich besser wird. So eine Insolvenz ist ja zum Glück kein Beinbruch, aber dazu erzähle ich wie gesagt ein anderes mal mehr.

Heute geht es mir im Wesentlichen darum, zu erklären, wieso ich aktuell so selten bei irgendwas dabei bin. Ich habe es das ganze Jahr noch nicht zu Caschy und seiner Familie geschafft, hab jetzt wiederholt Pinzi, Ohst und Szapi abgesagt, mit denen ich eigentlich Ende Oktober ein paar zünftige Depeche-Abende zelebrieren wollte. Das tut mir wirklich weh, weil ich meine Leute auch schrecklich vermisse und viel zu selten sehe. Und es tut auch weh, dass man von so vielen tollen Events liest – beispielsweise das Eskimo-Callboy-Festival in Oberhausen – auf die man gerne möchte, es sich aber aktuell nicht erlauben kann.

Das erzähle ich auch deswegen, weil ich zum Glück liebe Freunde habe, die mir in so mancher brenzlichen Situation schon geholfen haben. Aber irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man diese Hilfe einfach nicht mehr annehmen kann, weil man sich sonst selbst nicht mehr im Spiegel ins Gesicht blicken könnte. Deswegen werde ich also auch weiterhin viele Sachen absagen, selbst wenn mir der eine erzählt, dass er mich mit Getränken durchzieht, der andere Tickets bezahlt oder mich auf die Gästeliste setzt usw. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich so tolle Menschen um mich herum habe, glaubt mal. Aber im Moment komme ich deutlich besser damit klar, mir zuhause einen Netflix-Abend zu machen und hier allein zu bleiben, als anderen lieben Menschen auf der Tasche zu liegen.

Ich hoffe auch, dass das jetzt nicht zu deprimierend rüberkommt, ich will ja hier ganz sicher nicht auf Mitleid machen. Vielmehr möchte ich Euch nur auf den aktuellen Stand bringen. Meine Freunde wissen schon seit Jahren, wie es aussieht, aber mir fällt gerade kein Grund ein, wieso ich mich anderen gegenüber damit verstecken sollte. Es ist kacke, wie es gerade ist und gerade in Kombination mit anderen Problemen nagt es an mir. Ist halt auch nicht super, sich zu überlegen, wie man jetzt mit 20 Euro über die nächsten zwei Wochen kommt oder so. Aber zum einen weiß ich sehr genau, dass es so vielen Leuten deutlich schlechter geht als mir, so dass es nahezu unverschämt wäre, sich zu beschweren. Und zum anderen ging es mir ziemlich exakt vor einem Jahr so deutlich beschissener, dass ich eigentlich echt happy damit sein kann, wie sich die Dinge in einem Jahr entwickelt haben.


Puh, das war wieder lang, was? Aber ich musste mir ein paar Dinge von der Seele schreiben und hatte gleichzeitig eben keinen Bock, auch nur ein einziges dieser Themen aktuell mit einem eigenen Beitrag zu würdigen. Ich hab noch einen Haufen anderer Dinge auf dem Zettel, die ich hier verbloggen möchte: Musik, Reisen, Serien, Politik und sonst noch was. Diese gedachten drei Artikel, die jetzt so lange in meinem Kopf waren und mich eine Woche lang auf der To-Do-Liste genervt haben, bin ich jetzt los – vielleicht platzt ja damit auch so ’ne Art Knoten, der mich in die Lage versetzt, wieder öfter zu schreiben als zuletzt.

Wichtig ist, dass ihr euch als Fazit drei Dinge merkt:

  • Es tut weh, wenn sehr wertgeschätzte Menschen aus meinem Leben verschwinden, aber das Wissen um meine Freunde gibt mir jede Menge Kraft.
  • Ich hasse nicht. Okay, vielleicht hasse ich Durchfall, oder das Geräusch, wenn einer mit Fingernägeln über eine Tafel kratzt und Nazis. Aber ich hasse keine Band, keinen Musiker und erst recht keine Teilzeitmusiker – glaubt es mir!
  • Ich bin pleite, aber mir geht’s gut!

Passt auf euch auf, lasst euch keine schlimmen Dinge (wie zum Beispiel Hass) andichten und bleibt entspannt. Wenn wir alle ein bisschen gechillter miteinander umgehen, färbt es ja vielleicht auch irgendwann auf die ab, die Gift und Galle sprühen – wer weiß?!

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