Impfinity: Von der unendlichen Dummheit vieler Impfgegner

„Infinity“ bedeutet „Unendlichkeit“ und unendlich kommt einem zweifellos auch die Dummheit vieler Impfgegner vor in diesen Tagen. Unendlich sind aber auch die Bestrebungen von Querdenkern, Populisten und besagten Impfgegnern, die Regierung, die beteiligten Experten und natürlich den Impfstoff zu diskreditieren. Euch wird in der Überschrift auch aufgefallen sein, dass ich von vielen Impfgegnern und deren unendlicher Dummheit spreche und nicht etwa von allen Impfgegnern. Pauschalisieren ist grundsätzlich etwas, was mir nicht gefällt und daher möchte ich auch diese Leute nicht alle über einen Kamm scheren. Unter ihnen befinden sich nämlich sicher auch einige Menschen, die ganz persönlich schlechte Erfahrungen mit einer Impfung gemacht haben und Leute, die einfach skeptisch sind angesichts der kurzen Zeit, die die Entwicklung der Vakzine lediglich benötigte.

Für mein Empfinden rechtfertigen diese Szenarios dennoch nicht, dass man gegen die Corona-Impfstoffe auf die Barrikaden geht, aber zumindest kann ich da noch nachvollziehen, dass manche Leute so ticken. Weniger Verständnis habe ich dann, wenn Jahrhunderte erfolgreichster Impf-Geschichte wissentlich ignoriert werden, oder wenn Leute — alle über die letzten Monate zu Immunologen und Epidemiologen mutiert — plötzlich mit gefährlichem Halbwissen erklären wollen, wieso der Corona-Impfstoff nix taugen kann, weil er ja so schnell entwickelt wurde. Die Quellen sind alle da, wir können das alle nachlesen und wissen dann, wieso es möglich ist, einen Impfstoff auch in zehn Monaten zustandezubringen, wenn alle beteiligten Parteien an einem Strang ziehen.

Zumindest jeder Skeptiker, den wir noch nicht komplett ans Lager der Verschwörungstheoretiker verloren haben, können wir auf entsprechende Links und Informationen verweisen, beispielsweise an meine Freunde von Mimikama. Immer wieder wird darauf verwiesen von diesem Skeptiker-Klientel, dass man doch die Langzeitfolgen dieser Impfung noch gar nicht kennen. Sagen das eigentlich auch die Raucher und Alkoholiker unter ihnen? Oder zählen eventuelle Langzeitfolgen nur, wenn es um das Impfen geht?

Mich macht das wahnsinnig, dass dieses Lager der Impfgegner in Zeiten von Corona so stark angewachsen ist. Das beweist doch, dass denen Impfungen vorher egal waren, oder nicht? Erst jetzt, wo man eine diffuse Wut auf die Regierung hat und grundsätzlich gegen alles ist, was entschieden ist, entdecken diese Leute diese Impf-Skepsis für sich. Das finde ich deswegen gruselig, weil es einmal mehr belegt, dass es hier schon längst nicht mehr um Wissenschaft geht oder um Fakten. Es geht darum, alles schlechtzureden, was nicht in die eigene Agenda passt.

Wo ist Tiffany Dover?

Schriftzug im Klinikviertel: „Wo ist Tiffany Dover??“

Dazu passt auch hervorragend, dass hier bei mir in der Nachbarschaft — im Dortmunder Klinikviertel — zahlreiche Schmierereien an den Wänden aufgetaucht sind. Auch hier geht es gegen das Impfen und ganz konkret fällt mehrfach der Name Tiffany Dover. Sie ist Krankenschwester in den USA und ist jüngst in Ohnmacht gefallen, während sie vor laufender Kamera geimpft wurde. Es wurde logischerweise schnell erklärt, dass es ihr in der Folge schnell wieder sehr gut ging und dass sie öfters in ähnlichen Situationen ohnmächtig geworden sei. Es liegt also an dem Impfen an sich, was ihr Schwierigkeiten bereitet, nicht am Impfstoff.

Wieso man weiß, dass man damit Probleme hat und sich dennoch medienwirksam impfen lässt, ist mir zwar ein Rätsel, nichtsdestotrotz ist es nichts Ungewöhnliches, dass man derlei Schwierigkeiten bekommen kann bei der Impfung. Sie selbst sprach später im Interview und bestätigte persönlich, dass es ihr ruckzuck wieder gut ging. Den Impfgegnern ist das natürlich egal. Sie werden den Zwischenfall als Beleg für die mangelnde Qualität des Impfstoffs und schlimmer noch: Sie wird im Netz kurzerhand für verschwunden bzw. tot erklärt. Diese Verschwörungstheorie ist nun auch in Dortmund angekommen, eben in besagtem Klinikviertel. In mehreren Straßen finden sich verschiedene Sprühereien an den Wänden. Dort ist beispielsweise zu lesen:

  • Wo ist Tiffany?
  • Vaccine killed Tiffany Dover!!
  • BionTech tötet!

… und einige mehr.

Im Clip oben seht ihr, dass es ihr direkt im Anschluss an den Vorfall wieder gut ging, dennoch wird sie von einigen Behämmerten für tot erklärt. Bei aller Liebe, Freunde: Was passiert hier gerade? Wann ging das los, dass wir nicht mehr über Fakten geredet haben, sondern nur noch mit Meinung gegen Meinung angetreten sind und es dabei scheißegal ist, wie man sich diese Meinung gebildet hat? Ich hoffe immer noch drauf, dass die schweigende Mehrheit weiß, dass der Impfstoff eine gute Sache ist und wir nur mit ihm langsam einen Weg aus der Pandemie finden können. Dennoch ist es gruselig, dass man so viele Durchgepeitschte Impfgegner-Ultras wahrnimmt, wenn man ein paar Minuten durchs Netz streift. Noch trauriger ist dabei ja, dass man das noch auf viele weitere Themen ausweiten kann, egal ob es Bill Gates ist oder 5G oder sonst was.

Gruselig ist auch, dass es den Corona-Leugnern bzw. Corona-Relativierern komplett egal ist, welche Lösung der Krise man vorschlägt — sie sind so oder so dagegen. Sie wollen keinen Lockdown, wollen aber auch keine Masken tragen oder Abstand halten. Wenn man ihnen einen Impfstoff anbietet, der dafür sorgt, dass sie bald weder im Lockdown sein noch Maske tragen müssen, gefällt ihnen das aber auch nicht. Es ist wie mit einem vierjährigen Kind, welches anfängt zu heulten und dem man es dann einfach nicht recht machen. Es heult und heult und weiß nach zwei Minuten selbst nicht mehr, wieso. Genau so geht es mir mit diesen Leuten, die einfach pauschal gegen alles sind — zumindest pauschal gegen alles, was die Regierung macht. Irgendwann muss mir so ein Schwurbler nochmal erklären, wieso es die deutsche Regierung verbockt haben soll, wenn doch die ganze Welt unter der Pandemie leidet.

Quelle: Ruhr24 und ZDF

Fotos: Meine

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