Depeche Mode: „I heard a Rumour“

„I heard a rumour
They travel far
You know what it’s like
The way people are
They talk and they talk
Though they don’t understand
They’ll whisper and whisper
And lie on demand
Please tell me now
I want to know
I have to hear it from your lips
Say it’s not so“

Die Zeilen kommen Euch vermutlich bekannt vor – zumindest, wenn Ihr aus dem selben Depeche-Mode-Kosmos stammt wie ich. Natürlich besingt Martin Gore im Song „Breathe“ (vom Album „Exciter“) etwas komplett anderes, aber es passte meiner Meinung nach auch sensationell gut auf die Diskussionen um eine potenziell baldige Depeche-Mode-Ankündigung zu einer nächsten Tour und einem nächsten Album.

Vor ein paar Wochen ging es nämlich los: Zuerst schrieb mich eine liebe Bekannte an, die deutlich besser informiert war als ich (Danke, Stephie!). Ich trug die Information weiter in unseren erlauchten Depeche-Stuhlkreis, bestehend aus Szapi, Pinzi, Ohst und mir, ergänzt um die ebenfalls bei Ohst anwesende Schulzi. Jeder hörte mal nach, ob sich das deckte, mit dem, was man andernorts gehört hatte.

Depeche Mode im Oktober in Berlin für eine Pressekonferenz? Die Informationen klangen verlässlich, aber trotzdem waren wir der Meinung, dass ein so zeitnahes Event so kurz nach dem Tod von Fletch irgendwie unrealistisch wirkte.

Es vergingen einige Wochen, dann tauchte das Gerücht wieder auf, sehr schnell machte der 4. Oktober als vermeintlicher Termin die Runde. Kumpel Delle teilte die Info über seine DM-Page – und kassierte dafür mächtig Häme und Beschimpfungen von Leuten ,die augenscheinlich deutlich schlechter informiert waren.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es waren für uns Depechies ein paar turbulente Tage mit Vermutungen, Dementis und Diskussionen. Und genau deswegen schreibe ich tatsächlich einen Artikel hier. Es gibt keine verlässlichen Infos zum jetzigen Zeitpunkt, denn die werden von Depeche Mode ja erst in zwei Tagen am 4. Oktober verraten. Aber was ich Euch jetzt schon verraten kann: Nachdem der oben bereits erwähnte Depeche-Stuhlkreis die Zeit seit 2017 dafür genutzt hat, gepflegt über Gastmusiker und die Klamotten von Dave zu lästern, sind wir plötzlich alle wieder hibbelig.

Das ganze Ding kommt tatsächlich wieder in Bewegung. Bei mir äußert sich das zum Beispiel in Form eines sehr depeche-lastigen Facebook-Feeds. Viele sind gespannt, manche übertrieben gelangweilt, aber kalt lässt es irgendwie niemanden in meiner DM-Bubble. Schon wird wieder über Konzerte nachgedacht, über die Orga für die Trips und sicher bin ich nicht der Einzige, der in den letzten Tagen wieder übertrieben oft in die alten Alben reingehört hat.

Noch hat das Ganze zwei entscheidende Haken.

  1. Ich hab kein Ticket ergattert für das Presseevent in Berlin. Drauf geschissen, ich fahre trotzdem hin. Entweder habe ich Glück und komme irgendwie rein, falls nicht. hänge ich mit anderen lieben DM-Fans rum und zaubere noch ein bisschen am Glas.
  2. Eben schrieb ich ja auch darüber, dass ich jenseits der DM-Euphorie gerade so alles andere als euphorisch bin in dieser Zeit. Auch das hat einen Depeche-Bezug, weil ich ernsthaft bezweifeln muss, dass mir meine finanzielle Situation den Besuch vieler Konzerte erlaubt.

Ernsthaft, Drees? Müssen es echt wieder mehrere Konzerte von ein und derselben Band sein? Ja, Unwürdiger, müssen es!

Wer, wenn nicht Depeche Mode?

Über die letzten Jahre habe ich ein spannendes Hobby für mich entdeckt: Schwitzen! Schweiß und ich sind eigentlich schon seit vielen Jahrzehnten in einer festen Beziehung. Aber kaum, nimmt man nochmal 35 Kilo in einem Jahrzehnt zu, schon intensiviert sich diese Beziehung signifikant. Mittlerweile schwitze ich ja schon auf der Couch, wenn ich im TV anderen Leuten beim Sport zusehe. Was das genau jetzt mit Depeche zu tun hat? Verrate ich Dir, Kollege: Mittlerweile gehe ich seltener auf Konzerte und auf Partys, weil ich mich manches Mal einfach unwohl fühle. Fett sein ist nicht super, Fett sein und Schwitzen ist noch behämmerter. Ich bin viel zu schnell außer Atem, außerdem bin ich geschmeidig aus meinen DM-Konzertshirts rausgewachsen, vor allem bauchwärts.

Also muss ich jetzt wieder und diesmal tatsächlich abnehmen. Ja, ich bin ziemlich pleite und werde mir weniger Konzerte erlauben können als ich gerne möchte. Aber ich werde einige sehen. Es wird vielleicht die letzte Tour meiner Helden sein, also möchte ich mich dabei einigermaßen wohl in meiner Haut fühlen nach Möglichkeit. Außerdem werden wir wieder eine Fantastilliarde Fotos machen (wieso haben wir eigentlich unsere Bildersammlung der letzten Tournee noch nicht fertig?) und ich möchte ganz sicher nicht als Mann, gefangen in der Gestalt eines 150-Kilo-Fasses voller Fett, in die DM-Geschichte eingehen.

Also starte ich jetzt die gefühlt 30. Diät innerhalb der letzten drei Jahre und bin erstaunlicherweise tatsächlich gerade davon überzeugt, dass es funktionieren wird. Wer, wenn nicht Depeche Mode, sollte mich dazu antreiben und motivieren können? Eben, denke ich mir auch. Jede Woche ein Kilo abnehmen? Halte ich für zu ambitioniert. Aber zwei bis drei Kilo klappt vielleicht, oder? Also ich preise damit ein, dass man vermutlich anfangs sogar mehr abnimmt, sich das aber flott dann wieder relativiert.

Keine Ahnung, wann die Tour dann losgehen soll, aber ich könnte mir sowas wie Mai 2023 vorstellen. Das wären – Momentchen mal kurz: Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März, April, Mai – acht Monate. Wären also 16-24 Kilo, damit könnte ich leben.

Also fassen wir es kurz zusammen: Ein paar Depeche-Gerüchte reichen, um die ganze Bubble in helle Aufregung zu versetzen, ich selbst bin direkt komplett on fire wieder und absolut gewillt, bis zum Tourbeginn etwa das Äquivalent von etwa 60 Dönern an Gewicht zu verlieren. Ich versuche, die negativ belegten Fragen (Wie viele Konzerte kann ich mir in diesen Zeiten leisten? Wird es die letzte Tour sein? Wird es gar das Ende von Depeche Mode sein? Wird es die gleiche Magie auf der Bühne sein ohne Fletch?) beiseite zu schieben und mich aufs positive zu konzentrieren: Neue Songs, Konzerte, Reisen und all das zusammen mit meinen Freunden!

Mit der Bitte um Handzeichen: Wen sehe ich denn möglicherweise jetzt schon am 4.10. in Berlin und wen dann auf der Tour? Ich verteile Hugs und dumme Sprüche, versprochen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.