Zur Lage der Nation: Edition Ostern 2021

Ich hab einen mitunter schrägen Humor. So finde ich es zum Totlachen, einen Artikel „Zur Lage der Nation“ zu nennen und damit so zu tun, als würde ich zu Millionen sprechen und nicht nur zu den paar Männeken, die dieses Blog hier lesen. Ich glaube, ich finde die Idee sogar gut genug, um das in losen Abständen zu wiederholen, also als so eine Art Reihe, die ich mit diesem Beitrag hier jetzt einführe – just, als Ostern eigentlich schon vorbei ist. . Los geht’s:


Vor kurzem trat Gesundheitsminister Jens Spahn wieder einmal vor die Presse. Und wieder einmal sorgte er mit dem Gesagten dafür, dass er in der Folge in den sozialen Medien beschimpft wurde. Er wird sich dran gewöhnt haben, denn er wird so oder so angepöbelt, egal was er sagt. Würde er morgen erzählen, dass die Pandemie vorbei ist, alles normal weiter geht und zusätzlich jeder Bundesbürger eine Kiste voll Goldmünzen bekommt, würde man ihn beschimpfen, weil er die Pandemie nicht einen Tag früher beendet hat, oder weil er Gold verschenkt statt Aktienpakete, oder oder oder.

An die 83 Millionen Virolog:innen: Zwei Gänge runter – bitte!

Irgendwann im letzten Jahr ist es passiert: Lange, bevor das Coronavirus anfing zu mutieren, mutierte der gemeine Bundesbürger vom Bundestrainer zum Virologen bzw. Epidemiologen. Das ist ein harter Wechsel, aber hey – nach einem Jahr sitzen die Begriffe allesamt. Wir reden von Inzidenzen, wissen auf einmal, was eine Triage ist, können verschiedene Arten Thrombose auseinanderhalten und haben als Bonus auch noch gelernt, wie wir uns richtig die Hände waschen.

Für das erlernte Wissen gab es zwar weder einen schriftlichen Beleg, einen Abschluss oder wenigstens einen Orden, dennoch fühlen wir uns imstande, mitzureden. Und „mitreden“ meint: Laut die eigene Meinung vertreten, polemisch andere Meinungen niederbrüllen und vor allem hämisch kommentieren, was die Politiker:innen, Wissenschaftler:innen und Köpfe aus der Wirtschaft jetzt wieder alles falsch gemacht haben. Am ordentlichsten einstecken muss dabei zweifellos die Politik-Kaste, Beispiele dafür brauche ich vermutlich niemandem bringen, oder?

Gerade Jens Spahn steckt derzeit ein wie kein zweiter und mir tut er schon lange leid – und das sage ich als jemand, der wohl ganz sicher nicht verdächtig ist, Fan dieses Mannes zu sein oder gar Anhänger seiner Partei. Ich glaube, er hat wirklich einige veritable Böcke geschossen in dieser Pandemie, ganz zu schweigen von dem Quatsch, den er mitunter in den Jahren davor verzapft hat. Dennoch ist es mitunter ekelhaft, was über ihn in sozialen Medien zu lesen ist.

Nehmt allein das vor wenigen Wochen gebrachte Beispiel, das Theater um den Astra-Zeneca-Impfstoff: Wie hättet ihr denn entschieden? Stellt euch vor, ihr leitet das Gesundheitsministerium, gefühlt die halbe Welt hasst euch und um euch herum beschließen reihenweise Länder, dass man sicherheitshalber erst einmal davon absieht, den Impfstoff von Astra-Zeneca weiter zu verimpfen. Dann bekommt ihr vom Paul-Ehrlich-Institut die Empfehlung, den Impfstoff erst mal besser liegen zu lassen, weil man ihn überprüfen möchte. Hättet ihr euch dann nicht auch hingestellt und entschieden, dass bis auf weiteres Schluss ist mit Astra-Zeneca?

Wie gesagt: Er macht sich ausreichend oft zur Zielscheibe durch Entscheidungen, die man als normaler Bürger nicht oder nur schwer nachvollziehen kann. Aber in diesem Fall hatte er nur die Wahl zwischen zwei Optionen, die man beide auch tatsächlich erwägen konnte und von denen Viele glauben, dass die Impf-Pause beim Astra-Zeneca-Impfstoff tatsächlich die klügere Wahl war. Dass genügend Affen direkt wieder munter drauflos schimpfen, ist da natürlich zu erwarten und daran ändert man auch nichts, wenn man an Vernunft und Augenmaß bei diesen Gestalten appelliert.

Aber wirklich schwierig wird es für mich, wenn viele Freunde, Bekannte und Kolleg:innen, von denen ich weiß, dass sie sowohl intelligent als auch fernab jeglicher Verschwörungs-Bubbles sind, sich jetzt hinstellen und ebenfalls wenig sachlich auf „die da oben“ schimpfen. Nicht falsch verstehen: Ich verstehe den Unmut und Zorn, gerade wenn die eigene Branche unter vermeintlich falschen Entscheidungen der Politik leidet und Existenzen auf dem Spiel stehen.

Aber ganz ehrlich: Das darf dennoch nicht dazu führen, dass wir dabei jegliche Seriosität vermissen lassen und uns ebenso behämmert anstellen wie Verschwörungstheoretiker, Coronaleugner und Impfgegner. Wir haben es mit Fakten und Argumenten doch schon schwer genug, um gegen Schwurbler zu bestehen – da wird es umso schwieriger, wenn wir dann auch noch unsauber arbeiten und uns dadurch angreifbar machen.

Das Beispiel mit dem Impfstoff ist dabei deshalb so hervorragend, weil es dabei um Thrombosen geht. Verschiedene Arten von Thrombosen. So verschieden, dass es wie der berühmte Vergleich von Äpfeln und Birnen anmutet, wenn man diese Arten von Thrombose miteinander gegenüber stellt. Die eine Art, die das Hirn betrifft, ist als eine sehr seltene Nebenwirkung des Impfstoffs von der Insel festgestellt worden und bei der anderen, „normalen“ Thrombose geht es um eine mögliche Nebenwirkung der Antibabypille.

Den Reflex kann ich nachvollziehen, dass man „Thrombose“ hört und beides dann in Verbindung zueinander setzt. Allerdings macht es das nicht richtiger. Sehr schnell waren entsprechende Artikel im Netz zu lesen, die uns erklärten, wie dramatisch dieser Vergleich hinkt. Aber leider war es da schon zu spät und sehr viele geschätzte Kolleg:innen und sonstige Kontakte überschwemmten das Netz mit ihrer Wut, mit Memes, mit Kritik und mit Häme.

Die Stoßrichtung war ungefähr die: „So so, wenn unter Millionen Impfungen eine Handvoll Male diese Thrombose vorkommt, wird sofort das Impfen eingestellt – aber die Antibabypille müssen die Frauen seit Jahrzehnten fressen, obwohl da die Thrombose-Gefahr deutlich größer ist und niemand auf die Idee kam, die Pille deswegen vom Markt zu nehmen.“

Logischerweise wurde daraus ruckzuck eine Sexismus-Nummer. Männer sind sowieso Schweine, weil sie die Verhütung den Frauen überlassen und bei gefährdeten Frauen bleibt das Medikament im Handel – wenn auch Männer betroffen wären, nimmt man den Impfstoff vom Markt. Das ist hanebüchen und zeigt sehr deutlich, dass wir uns auch auf der vermeintlich richtigen und guten Seite oft ebenso verbissen in unsere Meinung hineinsteigern, dass wir schon mal übersehen, dass zur gebildeten Meinung eben auch gehört, dass man sie sich eben erst mal bilden muss und gegebenenfalls auch nachschärft. Macht man das nicht, läuft man Gefahr, dass man beim kleinsten Trigger sofort an die Decke geht und sich dann auf argumentatives Glatteis begibt und dann blöd aus der Wäsche schaut.

Es gibt jetzt sogar noch ein feines Beispiel, bei dem Jens Spahn auch betroffen ist. Hier geht es um die Verstrickungen seines Mannes. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass der Bund 2020 FFP2-Masken von der Burda GmbH kaufte, wo Spahns Ehemann arbeitet. Es ging um eine reine Hilfsmaßnahme, weil nun mal der Kontakt bestand und man die Masken sowohl unkompliziert und schnell als auch günstig bekommen konnte. Spahns Mann war dabei null involviert und niemand hat sich daran bereichert, weil der Preis eins zu eins weitergegeben wurde. Dennoch gab es im Fahrwasser der anderen dubiosen Masken-Deals einiger Unions-Politiker natürlich wieder einen Shitstorm und unzählige Menschen steckten den Minister selbstverständlich mit all den anderen in einen Sack.

Nochmal: Das ist unsauber und falsch! Ich verstehe den Reflex, aber das dürfen wir nicht so machen. Gerade, wenn wir diesen „Aha, dachte ich es mir doch“-Gedanken im Kopf haben, müssen wir ganz genau hinschauen, denn wir werden gerne nachlässig, wenn uns ein vermeintlicher Fakt in die Karten spielt. Schaltet also bitte zwei Gänge runter, bevor Ihr Euch im Netz oder sonst so dazu verleiten lasst, etwas zu äußern, was auf einer falschen Annahme beruht. Und wenn es doch passiert: Habt dann wenigstens so viel Ehre im Leib, um genau so laut, wie Ihr vorher aus falschen Gründen gezetert habt, zu verkünden, dass Ihr Euch geirrt habt. Das ist keine Schwäche, das ist Stärke!

An die Mütenden unter Euch: Zwei Gänge rauf – bitte!

„Mütend“ – dieses Kunstwort, bestehend aus einer Mischung von müde und wütend – ist wohl jetzt schon mein Wort des Jahres. Ich verstehe nicht nur jeden, der sich als „mütend“ bezeichnet, ich würde mich sogar selbst als jemand bezeichnen, der so empfindet. Ich gebe zu, dass ich öfter mal eine politische Entscheidung nicht verstehe, kalkuliere dabei aber auch stets ein, dass es normal ist, dass ich etwas nicht verstehe, weil ich einfach viel weniger Informationen habe als die involvierten Politiker:innen.

Immer häufiger befürchte ich aber auch, dass wirklich falsche Entscheidungen getroffen werden. Entscheidungen, die sich komplett konträr zu anderen Entscheidungen verhalten. Wenn eine Ministerpräsidenten-Runde inklusive Kanzlerin nach Stunden ein Ergebnis vortragen und sich einzelne Landeschefs schon Minuten später mit etwas komplett anderem zu Wort melden, dann verstehe ich das einfach nicht mehr.

Schulen zu, obwohl die Zahlen runter gehen und Schulen wieder auf, obwohl die Zahlen steigen – das begreife ich einfach nicht. Wieso immer so halbherzige Lockdowns, bei denen Laschet und Konsorten alles schon von vornherein so schwammig formulieren, dass man direkt weiß, dass man sich die Nummer wieder zurechtdrehen wird, wie es dem jeweiligen Ministerpräsidenten gefällt?

Ich merke selbst, wie mich diese Geschichten aufregen, aber das ändert alles nichts an der Pandemie. Das Virus wird nicht ungefährlicher oder tödlicher dadurch, dass ein Politiker irgendwelche Läden wieder auf- oder zumachen lässt, eine Impf- oder Teststrategie eher durchwachsen ist, oder ein Impfstoff auf sich warten lässt. Wir regen uns über die falschen Dinge auf und suchen uns manchmal die falschen Schuldigen.

Ich glaube, das ist noch nicht mal überraschend oder unerklärlich. Wir wollen uns gerne selbst eine Erklärung liefern, wenn etwas schief läuft. Wenn mir das Mädchen davonläuft, hilft mir das bei der Bewältigung, wenn ich erkenne, dass sie sich wie ein Vollarsch benommen hat – oder eventuell auch ich selbst. Bei der Arbeit, bei unserem Lieblings-Fußball-Club, in der Liebe oder der Politik: Wir kommen mit einer unschönen Situation einfach besser zurecht, wenn wir es uns erklären können und bestenfalls auch einen eindeutigen Sündenbock haben.

In dieser Pandemie haben wir den aber nicht. Wir können keine Fledermaus in Wuhan anklagen, das politische System Chinas oder die Wissenschaft. Vermutlich sind es die oft wenig nachvollziehbaren Entscheidungen der Politiker:innen, die es uns so leicht machen, sie dann kurzerhand zu Sündenböcken zu erklären. So funktioniert es aber nicht, Leute. Nehmen wir das Beispiel Laschet: Am Montag hat er erzählt, wie er sich die nahe Zukunft vorstellt und mit welcher Strategie wir es aus der Pandemie schaffen wollen.

Er spricht vom „Brücken-Lockdown“ und man hat das Gefühl, dass die neue Strategie ebenso inkonsistent und inkonsequent ist wie die letzten Strategien. Wir haben allen Grund und jedes Recht, den rhetorischen Finger in all diese Wunden zu legen. Dieser MP im Wahlkampfmodus ist angreifbar und hat schon genügend Fehler gemacht, wegen denen er sich erklären oder mindestens hinterfragen sollte. Aber was machen wir? Wir reiten auf dem Wort „Brücken-Lockdown“ und dem Hashtag #Laschetdenktnach herum, statt uns aufs Wichtige zu fokussieren!

Nichtsdestotrotz verstehe ich eben, wenn ihr „mütend“ seid. Genau deswegen fände ich es schön und wichtig, wenn ihr lauter wärt. Nicht laut im Sinne von Schreien und blind auf die eigene Meinung bestehen. Laut, indem man die tatsächlichen Fehler benennt und sich nicht an Worthülsen oder Personalien abarbeitet. Laut müsst ihr genau da sein, wo es darum geht, die Einhaltung der Regeln einzufordern. Wir müssen so laut sein, dass auch beim letzten Querdenker ankommt, dass er nicht demonstriert, weil die Politiker ihm Rechte stehlen – sondern die Pandemie länger und länger dauert, weil Menschen wie die Querdenker sie mit ihrem Tun verlängern.

Totales Staatsversagen? Am Arsch!

Das bringt mich zum letzten Punkt: Ihr müsst die Querdenker und Pandemie-Leugner entzaubern. Das gelingt aber nicht, indem wir uns über sie lustig machen oder pauschal jeden als Idioten hinstellen oder als Nazi bezeichnen. Dass man mit denen nicht immer diskutieren kann, ist doch klar. Aber wo sich jemand komplett zum Löffel macht, sollten wir nicht noch sinnlos rhetorisch drauf einprügeln.

Was aber noch wichtiger ist: Wir sollten um Gottes Willen nicht anfangen, uns deren Duktus anzueignen. Mich nervt es gewaltig, wenn gute Freunde vom totalen Staatsversagen sprechen. Was stimmt da nicht? Wollt Ihr mir tatsächlich England und die USA als Vorzeige-Nation verkaufen, nach all dem, was diese Länder unter ihren zweifelhaften Leadern in den letzten Jahren angestellt haben?

Woher kommt der Reflex, alles Gute auszublenden und nur das Schlechte zu sehen? Wieso schaut man beispielsweise bei den Impfzahlen nur auf Israel, die USA und England? Es gibt etwa 200 anerkannte Nationen und wir picken uns für unsere Kritik aber stets nur drei raus, die vor uns liegen.

Ja, die USA impfen unfassbar viel und flott – sie benehmen sich aber auch ein bisschen arschlochig und rücken kaum Impfstoff raus. Natürlich impfe ich schneller, wenn in meinem Land viel produziert wird und ich davon nichts abgebe. Sorry, aber da mag ich den deutschen/europäischen Ansatz deutlich lieber.

Aber zurück zu den Zahlen: In absoluten Zahlen gibt es derzeit nur sechs (!) Länder weltweit, die mehr Menschen geimpft haben als Deutschland. Und wenn man sich die prozentualen Champions anschauen, finden wir unter den ersten fünf Plätzen die Seychellen, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bhutan. Glaubt ihr, dass die vorne stehen, weil sie allesamt besser organisiert sind als Deutschland? Oder liegt es etwa auch daran, dass all diese Länder nicht mehr als 10 Millionen Einwohner haben oder gar deutlich weniger?

Wir denken, dass wir mittlerweile sensibilisiert sind für eine globale Welt mit globalen Aufgaben und Problemen, aber wir reichen Nationen benehmen uns erneut wie Arschlöcher! Ende Februar (als selbst Deutschland bereits seit zwei Monaten impfte), erklärte die UNO, dass sich zehn (!) reiche Länder 75 Prozent des Impfstoffs gesichert hätten, während in 130 Ländern noch keine einzige Dosis angekommen ist.

Das ist nicht nur ein richtiger Scheiß-Move jeder Nation, die so egoistisch vorgeht (England hat sich allein komplett unsinnige sieben Dosen pro Kopf gesichert!), das ist vor allem auch wenig nachhaltig gedacht, weil die Pandemie nicht vorbeigeht, wenn in Afrika und weiten Teilen Asiens einfach nur sehr überschaubar geimpft werden kann. Das fliegt uns auch im Westen doch alles später wieder um die Ohren.

Deswegen können und müssen wir Laschet und Co gern anzählen für ihre Verfehlungen und Schnapsideen, aber das ändert nichts daran, dass es hier kein „totales Staatsversagen“ gibt, sondern eine Regierung, die trotz vieler Fehler und Probleme immerhin bis dato mehr als zehn Millionen Impfdosen verimpft hat und dennoch wie kaum eine andere Nation darauf bedacht ist, dass auch andere Länder zum Zug kommen können. Das sollten wir ruhig im Hinterkopf haben, wenn wieder irgendein Quatschkopf so tut, als würde Deutschland ganz bewusst und debil lächelnd die Wirtschaft des Landes an die Wand setzen wollte.

Es ist eine richtige Kacksituation, aber wie ich schon oben schrieb: Wir haben es in der Hand und können das packen, wenn wir diesbezüglich zwei Gänge raufschalten. Denn hey: Selbst, wenn wir der Meinung sind, dass die Politik hierzulande alles verkackt, dann hindert das uns doch nicht, dennoch nach besten Kräften dafür zu sorgen, dass die Pandemie nicht noch unnötig verlängert wird.

Ja, es gehen Unternehmen pleite, gerade Depressive leiden psychisch unter der Situation, viele Menschen verlieren ihren Job oder sind in Kurzarbeit und die Nerven liegen überall blank. Aber was sollen wir jetzt tun, außer durchzuziehen? Ich denke, wir brauchen einen Lockdown, der diesen Namen auch verdient, auch wenn das fürs Land uns uns alle richtig scheiße wird. Wir müssen nochmal auf die Zähne beißen, aber ich bin sicher, dass sich das lohnt, auch, wenn man denkt, dass es nicht mehr anders geht.

Ich vermisse auch das Reisen, die Partys und meine Freunde. Aber ich falle nicht tot um, wenn das noch zwei, drei Monate so hart bleibt für uns alle. Stellt Euch vor, dass ihr taucht und dazu die Luft angehalten habt. Wenn ihr auf der Couch sitzt und die Luft anhaltet, geht euch vielleicht schon nach 30 Sekunden die Puste aus. Haltet ihr aber unter Wasser die Luft an, weil ihr müsst und seht, dass ihr nach 30 Sekunden noch nicht an der Wasseroberfläche seid, dann schafft man auch die fehlenden zehn Sekunden noch.

Genau so geht es uns auch gerade: Wir denken, dass es eigentlich nicht mehr geht. Wir wollen in schöne Länder fliegen, in Biergärten sitzen und endlich die Scheißmasken aus unseren Leben verbannen, aber es geht nun mal noch nicht. Lasst uns also bitte nochmal auf die Zähne beißen. Versucht bitte, auch die Dinge zu sehen, die die Regierung ordentlich bewältigt. Versucht auch weiterhin möglichst viel zuhause zu bleiben und das Treffen von anderen Personen zu vermeiden, auch dann, wenn gerade ein Laschet oder Spahn was Dummes gesagt oder gemacht haben. Und wenn ihr euch verarscht fühlt, weil ihr schon wieder nicht in den Urlaub fliegt, denkt mal kurz an die Menschen (auch in Deutschland), die einfach schon zehn Jahre oder länger keinen Urlaub machen konnten, auch ohne Pandemie nicht! Es wird nochmal hart, aber verglichen mit einem Nachkriegsdeutschland oder der Situation in Dritte-Welt-Ländern ist diese Art Lockdown, die wir hier haben, ein reiner Kindergeburtstag.

So, jetzt habe ich wieder viel gequatscht und dabei vermutlich vieles geschrieben, was ich zuvor schon mal äußerte. Aber ich glaube, dass wir uns immer wieder mal besinnen müssen und erkennen, dass es hier trotz Kack-Situation noch deutlich besser ist als in mindestens 90 Prozent der restlichen Länder!

Bild von Jörn Heller auf Pixabay

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